Dato: 28. december 1860
Fra: Gustav Adolf Amberger, Emma Brenner, f. Kron   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

[Ambergers håndskrift] :

Eine Ihnen zwar noch unbekannte Persönlichkeit, die aber seit Jahren zu Ihren unzähligen Verehrerinnen gehört, schickt Ihnen hier das sinnigste Blümchen unser Alpenwelt und freut sich vom ganzer Seele, Sie zu begrüssen hoffentlich am stillen, bescheidenen Heerde wo einige ”häßliche junge Entlein" beisammen sitzen u. ihren allmählichen Verwandlung in ”Schwäne” (wie das hoffende Mutterherz es gerne denkt entgegenwachsen.

--

[fjernet glansbillede] [Emma Brenner Krohns håndskrift]

Das sind so die kühnen Träume einer Mutter, u. die sind wohl erlaubt, wenn sie auch nicht in Erfüllung gehen.

Und von Gott befohlen, mein lieber, mein theurer Professor. Möge das neue Jahr uns frohe Tage + Muth die trübem zu ertragen, bringen!

Ewig in treuer Freundschaft

Ihre Ergebene

E. Brenner-Kron

Basel 28. Dez. 1860

--

[Ambergers håndskrift]

Mein verehrter theurer Freund
Wie glücklich mich Ihr lieber theurer [Brief 9 machte kann ich nicht aussprechen. – Von Ihnen, dem edelsten Menschen der Welt,
so verstanden zu sein, ist mehr als ich verdiene. – Wenn ich bis heute auch nichts von mir hören lies, so lag der Grund in meiner überhauften Arbeit, welche mir den Tag über bis späth in Anspruch nahm u. die liebe Frau Doctorin war auch heute durch ihren Brief an Sie, mein lieber Freund, mir meinen Brief abzukürzen suchte. /

Laßen Sie mich aber nicht die Kürze meines Schreibens entgelten indem Sie denken Sie dürften mich nun auch nicht mit einem längeren Briefe beglücken, - ich weis wohl, das thun Sie nicht, es machte mich gar zu traurig.

In Stuttgrt leben Sie bei der lieben Familie Hoffmann immerfort, denn jeweilen kommt in unserer geschäftlichen Correspondenz Ihr lieber Name vor.

Beifolgend erhalten Sie den Mythenstein mit Brunnen, Schwyz u. den beiden Mythen, eine Holzzeichnung von mir. Geben Sie mein lieben Lässøe auch ein Blatt u. grüßen Sie seine gute Mutter, die er sehr liebt und verehrt; ebenfalls Frl. Prätzmann u. alle dänischen Künstler mit denen ich s.Z. in Rom gelebt habe, sie sind mir alle lieb u. unvergeßlich.

Die Inschrift auf den Mythenstein wurde am 10. Nov. feierlichst in Brunnen enthüllt.

Für diesmal verzeihen Sie meine Kürze, und glauben Sie fest an
Ihren Sie treu verehrenden

G. A. Amberger. /

Tekst fra: Solveig Brunholm