Dato: 10. februar 1846
Fra: H.C. Andersen   Til: Friedrich Johann Frommann
Sprog: tysk.

[aus dem Fromannschen Gstebuch]

Abenddammerung.

Der Abend ist so stille, der Himmel ist so blau!
Und alle Vglein baden sich in dem milden Thau;
Sie nicken und sie tramen, o str nicht ihre Lust!
Es bauen sich ja Welten selbst in der kleinsten Brust.
Im Traume schwingt die Lerche sich in die frische Luft,
Was jede Blume fhlet entathmet sie in Duft.
Die Welt, die schne, weite, mit ihren Welten klein,
Und aller Himmel Himmel schlie' ich im Herzen ein.
Im Auge glnzt die Thrne und lchelt doch vor Lust,
Gern drckt' ich jedes Wesen an meine frohe Brust!
Sieh' alle Sternen blinken, der Abend dmmert sarht: -
- La nur die Strme steigen, und nah'n die schwarze Nacht;
Schlaft s, und trumt ihr Vglein! Auch Blmchen netz' der Thau,
Im Herzen ist es stille, dort ist der Himmel blau!

H.C. Andersen

Jena d: 10 Februar 1846

Tekst fra: Solveig Brunholm