Dato: 12. januar 1863
Fra: Gustav Adolf Amberger   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

[...] 1860 im April verkaufte ich an den Grossherzog von Weimar das schnste Bild (Portrait) unseres ewigen unvergesslichen Dichters Schiller; dich hochverehrte ejtzt noch lebende Tochter desselben Frau von Gleichen Russwur anerkannte dasselbe, als das schnste Bild ihres sel. Vaters was existiere. - Liszt in Weimar unterhandelte mit mir, ich soll eienen Preiss dafr abgeben, ich erklrte dannn auf's bestimmteste, fr dieses Bild machte ich nie einen Preiss, ich sei kein Handelsmann u. wrde auf das erste Gebot seitens des Grossherzogs eingehen, ich sagte ferner Liszt, mir sei 2000 fr dafr geboten (was die Frau von Gleichen auch vor meiner Ankuft in Weimer an den Grossherzog geschreiben hatte). Herr Finanzrath Vent bot mir dann 200 Thaler oder 1300 fr. die ich wohl htte gut anwenden knnen, allein ich gab das Bild, da ich ich glcklich fhlte, dasselbe am wrdigsten Platz im Schillerhaus fr alle Zukunft zu wissen. - Liszt sagte mir dann, der Grossherzog habe ihm bemerkt, er wrde mir ein Bild bestellen da ich sien Gebot sogleich aaceptiert habe, ich erwiederte Liszt, ich wrde mich dadurch sehr glcklich fhlen, indem ich auf meinen Verdienst angewiesen u. kein Vermgen besitz, u. mit diesem Trost verlies ich Weimar. - Nun vor kurzem sendete ich an den Grossherzog einen Farbendruck meines Basler Todtentanzes als Geschenk um mich sr. Knigl. Hoheit wieder ins Gedchtnis zu rufen, er liess mir aber das Bild wieder zurckschicken, mit dem Bemerken, er habe dasselbe nicht bestellt. Wie unglcklich und traurig ich mich ber diesen Vorfall befinde kann ich Ihnen gar nicht sagen, da dies Blatt unter Knstlern und Frsten Anerkennung gefunden hat u. gerade dieser Mann der mich persnlich kennt und dem ich gewiss nicht wissentlich Anlass zu irgend etwas gab was in zu solch einer Handlung gegen mich veranlassen knnte. - Ich bitte Sie nun, als Freund, diesen ganzen Passus abzuschreiben ber das Schillerbild etc. u. ihn gtigst zu fragen, warum er mich auf eine so schmerzliche Weise htte betroffen. Sie drfen dies wohl thun, da, wie Sie mir ja erzhlt, mit ihm auf einem so vertrauten Fusse stehen, - mich wrde es sehr beruhigen, wenn der Grossherzog erfahren wrde, dass ich keine Schildkrten-Natur habe!! - Sie wissen und knnen sich davon berzeugen, dass ich zu Gegendiensten der Freundschaft stets bereit bin. [...]

Tekst fra: Se tilknyttet bibliografipost

Basel, den 12. Januar 1863

Mein verehrter lieber Freund! Meine herzlichsten Glck und Segenswnsche Zum neuen Jahr. Wie freue ich mich fr Sie, da Sie so gesegnet sind und all das wunderbare fremder Lnder sehend durchsteifen und emfindend in sich aufnehmen drfen, meine Sehnsucht Spanien zu durchfliegen ist fr einstweilen ohne Hoffnung. Doch die Vorsehung welch auch einmal fr mich u. meine Wnsche sorgen wird, kann mich zu solch nothwendigen Begehren meiner knstlerischen Ausbildung nicht verkmmern lassen. Ich habe zwar in den letzten Monat eine schne Reise gemacht, nmlich nach Venedig, in mailand habe ich mich auch aufgehalten ich hatte das Glck Bekanntschaften interessanter Mnner zu machen, mir die Gallerien genau angesehen u. studiert, / so da ich Sonntag vor Weihnachten mit allem was ich auf der Reise in mir augenommen hatte, glcklich un reich von Eindrucken der Kunst Italiens in Bassel Wieder eintraf. Professor Maler Blaas Director der Kunst Academie in Venedig Ist ein ausgezeichneter liebenswrdiger Mann und warm emfindender Knstler, ich war mit ihm bei Buchhndler Mnter eingeladen durch Veranlassung von Dr. H. Brokhaus aus Leipzig mit dem i die Reise von Mailand nach Venedig gemacht habe, von Venedig knnte ich Ihnen Vieles erzhlen, allein was wre Ihnen da noch neu, Sie haben dort ja alles Schon gesehen, u haben gewi viel schnere Bilder dann in Ihrem Herzen aufgenommen als es mich mglich wre Ihnen hier zu beschreiben. Sie schreiben in Ihrem lieben letzten Briefe von Toledo aus wie in gewohnter Guter edler Weise an mich Lieber Freund! / Und bin fast berzeugt, da was Sie schreiben u. sagen, auch aus einem wahren u. aufrichten Herzen hervorquillt. Ihr Freund bittet, Sie nun um einen LIebesdienst und das ist folgender Art.

1860 im April verkaufte ich an den Groherzog von Weimar, das schnste Bild (Portrait) unseres ewigen unvergelichen Dichters Schiller die hochverehrte jetzt noch lebende Tochter desselben Frau von Gleichen Russwrm anerkannte dasselbe, als das schnste ihres sel. Vaters was existire. Listzt in Weimar unterhandelte mit mir, ich solle einen Preise dafr abgeben, ich erklrte dann aufs bestimmteste, fr dieses Bild machte ich nie einen Preis, ich sei kein Handelsmann u. ich wrde auf das erste Gebot seitens des Groherzoges eingehen, ich sagte ferner Liszt, mir sei 2000 fr dafr geboten (Was die Frau von Gleichen auch vor meiner Ankunft in Waimar an / den Groherzog geschrieben hatte. Herr Finanzrath Vent bot mir dann 200 Thaler oder cirka 700 fr. einen Unterschied von dem mir gemachten gebot von 1300 fr.die ich wohl htte gut anwenden knnen, allein ich gab das Bild, da ich mich glcklich fhlte, dasselbe am wrdigsten Platze im Schillerhaus fr alle Zukunft zu wissen, - Liszt sagte mir dann, der Groherzog habe ihm bemerkt, er wrde mir ein Bild bestellen da ich sein Gebot sogleich aceptiert habe, ich erwiederte Liszt, ich wrde mich dadurch sehr glcklich fhlen, indem ich auf meinen Verdienst angewiesen u. kein Vermgen besitzse, u. mit diesem Trost verlies ich Weimar Nun vor Kurzem sendete ich an den Groherzog einen Farbendruck meines Basler Todtentanzes als Geschenk um mich Sr. Knigl. Hoheit wieder ins Gedchtnis zu rufen, er lie mir aber das Bild wieder zurckschicken, mit dem Bemerken, er habe dasselbe nicht bestellt! / wIe unglcklich u. traurig ich mich ber fiesen Vorfall befinde kann ich Ihnen gar nicht sagen, da dies Blatt unter Knstler u. Frsten Anerkennung gefunden hat u. grade dieser Mann der mich persnlich kennt u. dem ich gewi nicht wissentlich Anla zu irgend etwas gab was ihn zu solch einer Handlung gegen mich veranlassen knnte. Ich bitte Sie nun, als Freund diesen ganzen Passus abzuschreiben ber das Schillerbild etc., u. ihn gtigst zu fragen, warum er mich auf einer so schmerzliche Weise htte betroffen. Sie drfen dies wohl thun, da wie Sie mir ja erzhlte mit ihm auf einem so vertrauten Fue stehen mich wrde es sehr beruhigen, wenn der Groherzog erfahren wrde da ich keine Schildkrten-Natur habe!! Sie wissen u. knnen sich davon berzeugen , da ich zu Gegendiensten des Freundschafts stets bereit bin. - /

Indem ich Glck Freude u. Segen auf Ihrer Reise wnsche entledige ich mich noch der herzlichsten Gre an Sie von Herr u. Frau Doctor Brenner, dem groen Carl + Emma ? Bertha, meiner lieben Mutter, der Agathe in Brunnen von der ich Neujahrs Gre fr Sie emfing Frl. Emma + Bertha Kircher die lustigen Musikanten Damen u. nehemn Sie die herzlichsten dahin Von Ihrem treu ergebenen Freund Amberger

Meine freundlichsten Gre an Collin.

Tekst fra: Solveig Brunholm