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Fra bibliografierne

Hans Christian Andersen. Eine biographische Skizze.

Jenssen, G. F. v.: "Hans Christian Andersen. Eine biographische Skizze". I: Nur ein Geiger! I-III. Fr. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1838. - Ogs tidsskrifttrykt [IMC G.4-6]. P Hollandsk i: t was maar een speelman , I-II. Hendrik Frijlink, Amsterdam 1840. I pp. iii-xxxii. [Nl 4]
Hans Christian Andersen.
(Eine biographische Skizze.)
Das Jugendleben dieses Dichters liefert einen eben so schnen als trstlichen Beweis von dem oft wunderbaren Walten der Vorsehung, und bekrftigt auf's Neue die alte Wahrheit, wie das echte Talent im Kampfe mit Widerwrtigkeiten erstarkt, und trotz aller sich ihm in den Weg stemmenden Hindernisse seine Bestimmung zu erreichen wei. Zwar hat Marmier whrend seines vorjhrigen Aufenthalts in Kopenhagen in dem Oktoberhefte der Revue de Paris eine Skizze von Andersens Leben gegeben, die im Wesentlichen richtige Angaben enthlt, allein der Unterzeichnete sieht sich in den Stand gesetzt, ein vollstndigeres Bild des Jugendlebens und der bisherigen literarischen Thtigkeit des Dichters zu entwerfen, und kann fr die Zuverlssigkeit seiner Angaben um so mehr einstehen, als ihm alle Data vom Dichter selbst erzhlt sind, so da sein bescheidenes Verdienst bei Entwerfung der folgenden Skizze sich auf die Zusammenstellung und den Vortrag beschrnkt. Nichtsdestoweniger schmeichelt er sich, es werden diese Angaben dem Leser des "Geigers" willkommen sein, da er die vollkommenste berzeugung hegt, es werde der junge Dichter einst, wenn auch nicht in dem Sinne, wie es ihm die Sybille von Odense Prophezeite, so doch in einer andern, in einer edlern Bedeutung, die Aufmerksamkeit des deutschen Publikums auf sich ziehen.
"Das Schicksal der Dichter," sagt Marmier, "hat mich oft an das erinnert, was nach der Erzhlung der Feenmhrchen bei der Geburt der Kinder vorgeht. Wenn ein Kind zur Welt kommt, verlt eine gute Fee ihren luftigen Wagen, nhert sich demselben mit sanftem Lcheln und verleiht ihm, indem sie einen Ku auf seine Stirn drckt, die guten Eigenschaften des Herzens und Gaben des Geistes. Kaum aber hat sie zu sprechen aufgehrt, so erscheint auch schon eine andere Fee. Diese tritt nicht geruschvoll auf, sie kommt nicht im goldenen Wagen angefahren, sie trgt kein Diadem auf ihrem Haupte und keine Blumenskrone in ihrer Hand; sie hllt sich in einen Trauermantel, schleicht sich in das Haus, wo sie nicht erwartet wird, und tritt ungeladen in das Zimmer. Bei ihrem Erscheinen verstummt das Lcheln der brigen Gste, und wenn sie sich wieder entfernt, fhlen Die, welche sie berhrte, und Die, auf welche der finstere Glanz ihrer Blicke fiel, Herzklemmen und knnen nicht wieder froh werden. Die Absicht dieser Fee ist nicht, da Werk der Gromuth ihrer Vorgngerin zu zerstren. Sie lt dem Kinde daher auch die guten Eigenschaften, welche sie ihm nicht zu rauben vermag, huft aber auf seinen Pfad ermdende Hindernisse und Furcht einflende Gefahren; sie verurtheilt ihn zur Ertragung von Seelenleiden, bitteren Tuschungen und schmerzliche Entmuthigungen jeglicher Art. So wandelt das Kind zwichen der Leitung seines guten Schutzgeistes und seines bsen Dmons einher, bald lau gemacht von Sorgen, bald ermuthigt von edlen Gefhlen; bald von ehrgeizigen Trumen einem fernen Ziele nhergebracht, und bald gesenkten Hauptes ber die unerwarteten Strme, welche ihn bedrohen. Wohl ihm, wenn er sich von keiner Beschwerde aufhalten lt, und wenn er die Last der Hitze und die Unebenheiten seines Weges zu ertragen und berwinden vermag! Dann harret seiner die Siegespalme am Ende der Kampfbahn. Viele aber ermden auf halbem Wege, bleiben hier stehen und lassen, indem sie sich weigern, weiter zu gehen, Diejenigen an sich vorber, welche sonst ihre Hintermnner waren.
"Der dnische Dichter, dessen Leben ich hier wiedererzhle, ist einer von den Mnnern, die von ihrer frhesten Jugend an den Kampf der Gedanken mit dem Verhngni zu bestehen hatten, ein Mann wie Burns (Jenssen: Robert Bruns, schottischer Dichter, geb. 1758 bei Mauchline in Ayrshire, war der Sohn eines armen Grtners. Siehe dessen Poetical works, 4 Bde., London 1809, und dazu die Reliques of R. Bruns, 1812.) und Hogg (Hague?) (Jenssen: Charles Hague, berhmter Violinspieler und Tonsetzer, geb. 1769 zu Tadester [Tadcaster] in Yorkshire, ward 1794 Bachelor of Music und Doctor zu Cambridge; starb 1812.) *, die vom Schicksal bestimmt schienen, ihr Leben unbemerkt in einem Dorfe zu beschlieen, und doch von einer instinktmssigen Ahnung ihres Berufes fr Kunst und Wissenschaft, untersttzt von einem festen Willen, in die Welt der groen Stdte hineingezogen wurden. Whrend meines Aufenthalts in Kopenhagen (1837) trat eines Tages ein groer junger Mann in mein Zimmer, dessen furchtsames und befangenes Benehmen, und etwas unbeholfene Manieren einer kleinen Braut htten mifallen knnen, dessen freundliches Wesen und offenes ehrliches Gesicht aber bei'm ersten Zusammentreffen Sympathie und Vertrauen erweckten. Das war Andersen. Ich hatte eben einen Band seiner Werke auf meinem Tische liegen; die Bekanntschaft war also bald gemacht. Die Dichtkunst ist eine Art Freimaurerei; Diejenigen, welche ihr huldigen, sind einander von einem Ende der Welt zum andern verwandt; sie sprechen ein Wort, machen ein Zeichen, und alsbald wissen sie, da sie Brder sind. Die, welche vereint leben, theilen sich gegenseitig in einer Elegie die tglichen Regungen ihrer Herzen mit; Die sich auf fremdem Boden begegnen, erzhlen einander, gleich frommen Pilgern, was Weges sie bisher wanderten, und durch welche Stdte sie gekommen. So kam es denn, da Andersen, nachdem wir einige Stunden in poetischer Conversation mit einander zugebracht hatten, die so ganz geeignet ist, das Herz aufzuschlieen und gegenseitige Ergieungen hervorzurufen, mir von den Widerwrtigkeiten erzhlte, die er erlebt hatte, und als ich ihn darauf bat, mich mit seiner Lebensgeschichte bekannt zu machen, theilte er mir folgende Details darber mit." So weit Marmier!
Andersens Groltern waren einst wohlhabend, und besaen einen Hof auf dem Lande, es stieen ihnen aber allerlei Unglcksflle zu, von welchen doch der schlimmste war, da der Mann den Verstand verlor. Die arme Frau zog nun nach Odense, und brachte ihren einzigen Sohn dort in die Lehre bei einem Schuhmacher. Voll regen Lebens fand der Knabe sich anfangs besser in sein Schicksal, als spter; er benutzte seine Freistunden, um Holberg zu lesen, verfertigte Spielsachen und dichtete einige Arien. Kaum zwanzig Jahre alt, heirathete er ein junges Mdchen, das eben so arm war als er, und so gro war ihre Drftigkeit, da sie nicht einmal ein Brautbett hatten, weshalb der angehende Ehemann selbst eins zurechtzimmern mute. Es war eben ein Graf gestorben, dessen Sarg auf einem hlzernen Gestelle ruhte, das nach dem Begrbnis verkauft wurde. Der junge Brutigam erstand es, und verarbeitete es zu seinem knftigen Ehebette; doch mu die Arbeit nicht sehr vollkommen gewesen sein, da die schwarzen Trauerleisten noch nach Jahren an dem Bette zu sehen waren. Auf eben diesem Gestelle, worauf die grfliche Leiche paradirt hatte, reich und todt, lag nach Verlauf eines Jahres, am 2. April 1805, arm, aber lebendig, das Pfand der ehelichen Liebe, Hans Christian Andersen. Als das neugeborne Kind in der Kirche getauft wurde, schrie es himmelhoch, worber der mrrische Pastor sehr verdrielich wurde und in seinem rger uerte, es schrie das Ding, als wre es eine Katze, was die Mutter entsetlich betrbte. Einer der Gevatter trstete sie indessen mit der Versicherung, je lauter das Kind schreie, desto schner werde es einst singen, und das beruhigte sie.
Andersens Vater war nicht ohne Bildung, die Mutter aber war ganz Herz. Die beiden Eheleute lebten gut mit einander, aber der Mann fhlte sich doch nicht glcklich; nie suchte er den Umgang seines Gleichen, sondern blieb lieber zu Hause, las aus Holbergs Komdien und Tausend und Eine Nacht vor und machte Perspective und Puppentheater fr seinen kleinen Sohn, den er Sonntags auch oft mit nach dem nahen Gehlze nahm, wo die Beiden dann gewhnlich den ganzen Tag in stiller Einsamkeit mit einander zubrachten. Auch die Gromutter, eine liebenswrdige alte Frau, welche die Leiden ihres Hauses mit christlicher Geduld ertrug, wirkte sehr auf das Gemth des Knaben. Sie war sehr hbsch gewesen, war freundlich gegen Jedermann und daneben beraus reinlich in ihren rmlichen Kleidern. Wehmthig erzhlte sie oft, wie ihre Gromutter die Tochter eines reichen und vornehmen Herren in Deutschland gewesen, der in der Stadt Kassel gewohnt habe, da die Tochter sich aber in einen Komdianten verliebt, ihre ltern heimlich verlassen habe und in Armuth gesunken wre. "Und nun mssen alle ihre Nachkommen dafr ben!" seufzte sie dann. Der junge Andersen hing mit ganzem Herzen an dieser guten Gromutter; sie hatte einen Garten am Hospital zu warten, und hier unter den vielen Blumen brachte er die meisten Nachmittage seiner ersten Kindheit zu. Das jhrliche Fest, wenn die abgefallenen Bltter im Garten verbrannt wurden, hatten fr ihn einen ganz eigenen Reiz, aber die Umgebung der irren Frauen, von denen einige frei umhergehen durften, schreckte ihn sehr. Oft kam eine der Wrterinnen und fhrte den klugen kleinen Jungen nach der Spinnstube, wo denn alle die alten Frauen ihn wegen seiner Beredsamkeit lobten, und diese Tugend mit Mhrchen und Gespenstergeschichten vergalten, die ihm in reichem Mae erzhlt wurden, so da gewi kein Kind von seinen Jahren je mehr dergleichen Histrchen gehrt hatte, als er, aber auch kein Kind aberglublicher sein konnte, als er.
Zu Andersens frhesten Erinnerungen gehrt auch die Anwesenheit der Spanier auf Fyen in den Jahren 1808 und 1809. Ein Soldat vom Regimente Asturien nahm ihn da eines Tages auf den Arm, tanzte unter Freudenthrnen, die ihm ohne Zweifel die Erinnerungen an ein in der Heimath hinterlassenes Kind entlockten, mit ihm die Strae entlang, und drckte dann das Madonnabild an die Lippen des Kleinen, woran die fromme Mutter ein groes rgerni nahm. In Odense waren damals noch viele alte Festlichkeiten im Gebrauch, die einen tiefen Eindruck auf das reizbare Gemth des Knaben machten; die Znfte zogen in Prozession mit ihren Schilden durch die Stadt, die Seeleute hielten Umzge in den Fasten, und das Volk wanderte nach der wunderthtigen Quelle der heiligen Regisse.
So verstrichen die ersten Jugendjahre unsers Dichters. Der Vater las indessen fleiig in der Bibel, warf sie aber eines Tages zu mit den Worten: "Christus ist ein Mensch gewesen wie wir, aber ein ungewhnlicher Mensch," worber die Frau in Thrnen ausbrach, und auf den Knaben machte die Gotteslsterung, wie die Mutter es nannte, einen so heftigen Eindruck, da er im Stillen fr die Seele seines Vaters betete. "Es giebt keinen andern Teufel, " fuhr derselbe fort, "als den, welchen wir im eigenen Busen tragen!" Als er nun eines Morgens erwachte und den Arm, vermuthlich an einem Nagel, gerit hatte, erklrte die Frau, es sei dies eine Strafe vom Teufel, der ihm doch wenighstens htte zeigen wollen, da er noch da wre. Des Vaters ble Laune nahm indessen von Tage zu Tage zu; er sehnte sich, in die Welt hinauszukommen. Damals raste der Krieg in Deutschland, Napoleon war sein Held, und da nun Dnemark sich mit Frankreich alliirte, nahm er Dienste bei dem Verstrkungsheere als gemeiner Soldat, hoffend, er werde einst als Lieutenant zurckkehren. Die Nachbarn aber meinten, es sei Thorheit, sich um Nichts und wieder Nichts todschieen zu lassen. Das Corps, wobei er diente, kam jedoch nicht weiter als nach Holstein; der Friede erfolgte, und bald sa der freiwillige Krieger wieder geborgen in seiner brgerlichen Behausung in Odense. Aber seine Gesundheit hatte gelitten; er erwachte eines Morgens phantasirend, und sprach von Feldzgen und Napoleon. Der junge Andersen war damals erst neun Jahre alt; die Mutter sandte ihn nichtsdestoweniger in das nchste Dorf, um eine kluge Frau um Rath zu fragen. "Wird mein armer Vater sterben?" fragte er ngstlich. "Stirbt Dein Vater," antwortete die Sybile, "so begegnet Dir sein Gespenst auf dem Heimwege." Man kann sich denken, welchen Eindruck dieses Orakel auf den ohnehin furchtsamen Knaben mute gemacht haben, denn in der That war sein einziger Trost auf dem Rckwege nach der Stadt, da der Vater ja wisse, wie bange ihm, dem Shnchen, wre, und sich ihm daher gewi nicht zeigen werde. Er kam auch glcklich wieder zurck, ohne das Gespenst seines Vaters gesehen zu haben, und am dritten Tage darauf starb der Kranke. Von diesem Augenblicke an war der junge Andersen sich selbst berlassen; der ganze Unterricht, den er geno, bestand in einigen Stunden in einer Armenschule, wo er lesen, schreiben und rechnen lernte, die beiden letzten Theile nur sehr unvollkommen.
Der arme Knabe fand um diese Zeit Zutritt in dem Hause der Wittwe des 1805 in Odense verstorbenen Pastor Bunkeflod, dessen Name wegen einiger lyrischen Poesien in der dnischen Literatur bekannt ist. Er mute der Wittwe und ihrer Schwiegerin laut vorlesen, und hier hrte er zum ersten Male die Benennung Dichter und mit welcher Liebe man dieser Eigenschaft an dem Verstorbenen gedachte. Dies machte einen tiefen Eindruck auf den Knaben; er las einige Trauerspiele, und beschlo dann, auch eine Komdie zu schreiben und ein Dichter zu werden, wie es der selige Pastor gewesen. Nun schrieb er auch wirklich ein echtes Trauerspiel, denn alle Personen kamen darin um's Leben, und belegte die Dialoge mit vielen Bibelstellen. Seine beiden ersten Zuhrerinnen nahmen dieses erste Werk des angehenden Dichters mit ungetheiltem Beifall auf, und nun durchlief das Gercht davon die ganze Strae, Alle wollten das schne Trauerspiel des witzigen Hans Christian hren. Aber hier war der Beifall keinesweges ungetheilt, die Meisten lachten recht herzlich darber, whrend Andere ihn darob verhhnten. Das schmerzte den armen Knaben so sehr, da er eine ganze Nacht in Thrnen zubrachte, und nur durch der Mutter ernste Warnung, sie wolle ihm noch Schlge obendrein geben, wenn er solche Thorheiten nicht fahren lasse, zum Schweigen gebracht werden konnte. Gleichwohl machte er sich im Stillen an die Ausarbeitung eines neuen Stckes, worin ein Prinz und eine Prinzessin auftraten. Dabei gerieth er aber in groe Verlegenheit, da er gar nicht wute, welche Sprache so hohe Leute fhrten, und doch meinte, sie knnten unmglich so wie andere Menschen sprechen. Endlich kam er auf den Einfall, deutsche und franzsische Worte in ihre Reden einzuflechten, so da die erhabenen Worte dieser frstlichen Personen ein rechtes Kauderwelsch wurden, was aber nach der Meinung des jungen Autors etwas Ungewhnliches und Erhabenes war. Auch dieses Meisterstck ward der Nachbarschaft bekannt, worber ihn eines Tages wilde Buben auf der Strae mit dem Geschrei verhhnten: "Geht! Geht! da geht der Komdienschreiber!" Aber nicht blo solche Leute, auch der Schullehrer verkannte ganz das sich in dergleichen Produktionen deutlich verrathende Genie des Knaben; denn als der junge Andersen ihm zu seinem Geburtstage einen Kranz zum Geschenke berreichte, worin er ein kleines Gedicht eingeflochten hatte, tadelte er ihn deshalb, und der Lohn, den der kleine Dichter fr seinen ersten poetischen Versuch erntete, bestand somit ebenfalls in Kummer und Thrnen.
Indessen verschlechterte die konomische Lage der Mutter sich mehr und mehr, und da der Sohn der Nachbarin in einer Fabrik Geld verdiente, so ward beschlossen, auch den guten Hans Christian dahin zu senden. Die alte Gromutter fhrte ihn zum Fabrikherrn und weinte recht bittre Thrnen, da das Loos ihres Enkels schon so frh der Armuth Sorgen und Kummer sein sollte. In der Fabrik arbeiteten meistens deutsche Gesellen, denen die Kinder oft dnische Lieder vorsingen muten. Auch Andersen wurde dazu aufgefordert, was er bereitwillig that, denn er wute, da er mit seinem Gesange Glck machte. Die Nachbarn horchten immer, wenn er im Garten Lieder sang, und einmal hatte ja eine ganze Gesellschaft, die im Garten des vornehmen Nachbars versammelt war, seine reine Stimme bewundert, und ihm Beifall zugeklatscht! Ein hnlicher Beifall ward ihm auf der Fabrik zu Theil. Dadurch ermuthigt, sagte Andersen einmal: "Ich kann auch Komdie spielen!" und recitirte darauf ganze Scenen aus Holbergs Lustspielen. Die anderen Knaben muten indessen seine Arbeiten verrichten, aber nur in den ersten Tagen seiner Anstellung ging es ihm so gut. "Gewi ist er eine kleine Jungfer!" sagte, als er eines Tages wieder singen mute, einer der deutschen Arbeiter, und nun umringten ihn die plumpen Gesellen, und behandelten ihn so unzart, da der verschmte Knabe darber erschrocken zu der Mutter floh und sie weinend bat, ihn nicht mehr ind die Fabrik zu senden. Seine Bitte ward auch erfllt, denn, sagte die Mutter, sie habe ihn nicht des Verdienstes wegen dorthin gesandt, sondern allein, damit er wohl aufgehoben sein mchte, wenn Sie auf Arbeit gehe.
Der Knabe sollte zum Theater! hatten mehre Nachbarn ihr gesagt, da sie aber kein anderes Theater kannte, als umreisende Schauspieler, schttelte sie bedenklich den Kopf und beschlo, ihren Sohn lieber bei einem Schneider in die Lehre treten zu lassen. Andersen hatte nun schon das zwlfte Jahr erreicht, war sich zu Hause noch immer ganz berlassen, und verschlang alle die Bcher, deren er nur habhaft werden konnte. Seine liebeste Lectre bestand jedoch in einer alten, prosaischen bersetzung des Schakspeare. Mit dazu aus Pappe gemachten Figuren spielte er den ganzen Knig Lear und den Kaufmann von Venedig. In's Schauspiel kam er nur sehr selten, da er aber gut bei dem Zetteltrger angeschriben stand, bekam er von diesem alle Komdienzettel, und setzte sich dann Abends vor den Ofen, studirte die Namen der handelnden Personen und unterlegte so allen aufgefhrten Stcken einen unechten Text.
Andersens Lesebegierde und hbsche Stimme hatten indessen die Aufmerksamkeit mehrer vornehmer Familien der Stadt auf sich gezogen, von welchen ihn die eine rufen lie. Des Knaben kindliches Wesen, sein starkes Gedchtni und seine schne Stimme verliehen ihm in der That etwas ganz Eigenthmliches, man sprach davon, und bald ward er in mehre Huser beschieden. Doch blieb ihm die erste Familie, die ihn mit so vieler Theilnahme aufgenommen, ja ihn sogar einst dem Prinzen Christian vorgestellt hatte, die liebste. Es war dies die Familie des Obersten Hegh-Guldborg, eines ebenso gebildeten, als gtigen Mannes, des Bruder des bekannten Dichters.
Um diese Zeit verheirathete die Mutter sich wieder, und da der Stiefvater sich durchaus nicht in die Erziehung des Sohnes mischen wollte, so ward unserm Andersen dadurch noch mehr Freiheit zu Theil, als bisher. Spielkameraden hatte er nicht, weshalb er denn oft allein nach dem Gehlze wanderte, oder sich zu Hause in eine Ecke setzte, um Puppen fr sein kleines Theater zu nhen. Die Mutter meinte, da er doch zum Schneider bestimmt sei, wre es gut, da er sich im Nhen bte. Wrde dies wirklich der Fall, so mten viele schne Lappen abfalllen, woraus er Sonntags neue Anzge fr seine Theatergarderobe nhen knnte, trstete der Knabe sich.
So kam denn endlich die Zeit der Confirmation heran, wozu der Jngling die ersten Stiefeln in seinem Leben bekam. Damit sie die Leute sehen konnten, wurden sie ber die Hosen gezogen, und da nun eine alte Nhterin ihm aus des verstorbenen Vaters Oberrock ein Confirmationskleid verfertigte, so war der feierliche Anzug vollstndig. Nie noch hatte Andersen so hbsche Kleider gehabt. Die Freude darber war so gro, da der Gedanke daran ihn sogar in seiner Andacht am Tage der Weihe strte, so da er Gewissensbisse darber fhlte und Gott bat, ihm die Snde so weltlicher Gedanken zu vergeben, und doch konnte er sich nicht erwehren, im nmlichen Augenblicke wieder an die schnen knarrenden Stiefeln zu denken.
Nach beendigtem Confirmationsfeste sollte denn Andersen nun in die Schneiderlehre treten, allein er bat seine Mutter instndig, ihn doch nach Kopenhagen reisen und einen Versuch machen zu lassen, bei'm kniglichen Theater angestellt zu werden; er las ihr Lebensbeschreibungen berhmter Mnner vor, die ebenso arm wie er gewesen, und versicherte sie, 'er wollte schon auch ein berhmter Mann werden. Einige Jahre schon hatte er seine erbrigten Schillinge in eine Sparbchse gethan, und diese waren nun zu dem unerschpflichen Schatze von 13 Reichsbankthalern angewachsen. Der Anblick dieser unerwartet groen Summe erweichte auch das mtterliche Herz; sie fing an, sich in die Wnsche ihres Sohnes zu fgen, wollte aber doch erst den Ausspruch einer klugen Frau ber das knftige Schicksal ihres Sohnes hren. Nun ward die Sybille geholt, und nachdem sie in Karten und Kaffee geforscht hatte, erscholl das Orakel:
"Euer Sohn wird ein groer Mann, und ihm zu Ehren wird man einst die Stadt Odense illuminiren."
Eine so glckliche Prophezeiung mute wohl die letzten Hindernisse aus dem Wege rumen. "So reise denn in Gottes Namen!" sagte die Mutter, als ihr aber die Nachbarn vorhielten, wie unbesonnen es sei, den vierzehnjhrigen Knaben nach der groen Stadt reisen zu lassen, in welcher er keine Seele kannte, erwiederte sie: er lasse sie keine Ruhe haben, sie wre aber berzeugt, er werde schon wieder umkehren, wenn er das groe Wasser she, das er passiren sollte. Andersen reis'te nun als blinder Passagier mit der Post nach Nyborg, und erst auf dem groen Belte fhlte er, wie einsam er nun doch in der Welt dastehe. Sobald er auf Seeland gelandet war, trat er daher an eine abgelegene Stelle, warf sich hier auf die Knie, und flehte zu Gott um Hlfe in seiner verlassenen Lage. Getrstet stand er auf, und nun ging es diesen Tag und die folgende Nacht unterbrochen weiter durch Stdte und Drfer, bis er am Montag Morgen des 5ten Septembers 1819 die Thrme von Kopenhagen erblickte. An dem Thore mute er absteigen und ging, sein kleines Reisebndel unter dem Arme, in die groe Stadt hinein. Die bekannte Judenfehde, welche sich damals von Sden nach Norden ber Europa erstreckte, war hier am Abend vorher ausgebrochen, und die ganze Stadt war in Bewegung; Naomi's Schicksale geben ein treues Bild von dem damaligen Zustande der dnischen Hauptstadt. Drei Thaler hatte die Reise Gekostet, mit den brigen zehn in der Tasche nahm der kleine Abenteurer nun ein Logis in einem Gasthofe. Seine erste Ausflucht ging nach dem Theater, staunend betrachtete er das stattliche Gebude, umkreis'te es und betete inbrnstig, da es sich ihm doch bald ffnen und er ein tchtiger Schauspieler werden mchte. Damals hatte er gewi noch keine Ahnung davon, da zehn Jahre spter hier eine seiner dramatischen Arbeiten beifllig aufgenommen, und zum ersten Male das Publikum anreden sollte.
Am folgenden Tage zog er nun die Confirmationskleider an, und begab sich auf den Weg, um sein Empfehlungsschreiben an die einflureiche Tnzerin abzugeben. Lange lie die Dame ihn auf der Treppe warten und als er endlich vorgelassen wurde, mifiel das linkische und naive Benehmen des Knaben der Knstlerin so sehr, da sie ihn fr verwirrt hielt, zumal da sie den Herrn gar nicht kannte, der die Empfehlung ausgestellt hatte. Nun wandte sich Andersen an den Director des Theaters, ihn um Anstellung ersuchend, aber auch hier war der Erfolg schlecht. "Er sei zu mager fr das Theater," lautete die Antwort. "O!" erwiederte Andersen, "wenn Sie mir 100 Thaler Gage geben, will ich wohl fett werden." Der Chef wollte sich jedoch auf diese ungewisse Aussicht auf einen fetteren Rekruten fr die knigliche Bhne nicht einlassen, und wies den Supplikanten mit dem Bedeuten ab, man engagire auch nur Leute von Bildung.
Niedergeschlagen stand der arme Knabe nun da; er kannte Niemand, der ihm htte Rath und Trost geben knnen, Niemand, an dessen Brust er seine Thrnen weinen konnte. Da dachte er an den Tod, und eben dessen Schrecknisse fhrten ihn zu Gott zurck. "Wenn Alles erst recht unglcklich geht, wird er mir helfen," sagte er, "denn so steht es ja in allen Bchern, die ich gelesen habe." Er kaufte sich ein Billet fr die Gallerie und sah Paul und Virginie. Die Scenen im zweiten Akt, wo die beiden Liebenden sich trennen, ergriff ihn so sehr, da er in lautes Schluchzen ausbrach, und die Aufmerksamkeit aller Ansitzenden erregte. Beschwichtigt durch ihr freundliches Zureden, erzhlte er nun Allen, wer er sei, wie er hierher gekommen, da seine Liebe zum Theater nicht geringer wre als die Liebe Pauls fr Virginie, und wie er gewi eben so unglcklich werden wrde wie Paul, wenn man ihn keine Anstellung bei'm Theater gbe. Alle sahen ihn verwundert an.
Der nchste Tag brachte keine erfreulicheren Aussichten, und schon war die Kasse bis auf einen Thaler zusammengeschmolzen. Was war zu thun? Entweder mute er mit einem Schiffer die Rckreise antreten, um in seiner Vaterstadt verlacht zu werden, oder bei irgend einem Handwerker in die Lehre treten, was doch sein Loos in Odense sein wrde, kehrte er zurck. Ein Tischler suchte eben einen Lehrburschen, zu dessen Diensten sich nun Andersen meldete, aber bald ward er auch hier, von den leichtfertigen Reden der Gesellen verletzt, ein Gegenstand der Belustigung Aller, und das Ende war wie einst in der Fabrik zu Odense. Weinend nahm er noch am nmlichen Abend Abschied von dem Meister.
Indem er nun betrbt durch die mit Menschen angefllten Straen wanderte, fiel es ihm ein, da hier noch Niemand seine hbsche Stimme gehrt htte. Er suchte also den Professor Siboni, den direktor des kniglichen Conservatoriums auf, bei dem eben eine groe Mittagsgesellschaft versammelt war, und darunter der Dichter Baggesen und der berhmte Componist, Professor Weyse. Eine muntere Hausmamsell ffnete ihm die Thre, und ihr erzhlte er ganz offenherzig, wie verlassen er wre, und wie gro seine Lust, zum Theater zu kommen, sei, was die junge Dame sogleich der Tischgesellschaft wieder vorbrachte, die begierig war, den kleinen Abenteurer, wie Baggesen sagte, kennen zu lernen. Nun wurde er hereingerufen, und mute vor der Gesellschaft singen und Scenen aus Holberg deklamieren. Als ihm dabei eine Stelle seine traurige Lage in Erinnerung brachte, und er in Thrnen ausbrach, applaudirte die Gesellschaft. "Ich prophezeie, es wird einst Etwas aus ihm werden!" sagte Baggesen, "aber werde nur ja nicht eitel, wenn das Publikum Dir Beifall klatscht." Der Professor Siboni versprach darauf, er wolle Andersens Stimme aubilden, damit er auf dem kniglichen Theater debtiren knne, und hoch erfreut verlie der Knabe nun das glckliche Haus. Den Tag darauf mute er bei dem Professor Weyse erscheinen, der ganz die verlassene Lage des armen Jnglings zu wrdigen wute, und edelmthig eine Collecte fr ihn sammelte, die 70 Thaler einbrachte. Nun nahm ihn Professor Siboni bei sich auf, und ber dem ersten Unterricht verstrich fast ein halbes Jahr. Da war Andersens Stimme im bergange, und verlor sich fast ganz. Siboni rieth ihm nun, lieber wieder nach Hause zu reisen und ein Handwerk zu erlernen. So stand der arme Andersen denn wieder ebenso verlassen in der Welt da, wie frher! Doch eben in diesem aufscheinenden Unglcke lag der Keim zu einem bessern Fortkommen fr ihn. In seiner Noth erinnerte er sich, da in Kopenhagen ein Dichter Guldberg lebte, ein Bruder des freundlichen Obersten in Odense. An ihn wandte sich Andersen und fand gtige Aufnahme. Als Guldberg sah, da der junge Odenseer fast nicht ein Wort richtig schreiben konnte, bot er ihm seinen Unterricht in der dnischen und deutschen Sprache an, und schenkte ihm den Gewinn einer kleinen, eben herausgegeben Schrift. Auch der edelmthige Weyse, Kuhlau und andere angesehene Mnner reichten ihm wieder ihre hlfreiche Hand.
Nun sollte Andersen sich ein Logis in der Stadt miethen. Er fand auch eine Wittwe, die willig war, ihn aufzunehmen, allein diese Frau wohnte in einer berchtigten Strae, und war umgeben von Damen, die der Dichter uns mit Victor Hugo's Worten als "les femmes cheveles qui vendent le doux nom d'amour" schildert. Doch sein Herz war zu rein, sein Gemth zu kindlich, als da er htte ber Das nachdenken sollen, was hier um ihn vorging. Seine Wirthin war aber eine harte und gefhllose Frau, die sich nicht entbldete, dem armen Knaben 20 Thaler an monatlichem Kostgelde abzunehmen, oblgeich sie ihm nur eine vormalige Speisekammer zur Wohnung anwies. Er gab ihr indessen das verlangte Geld, und bekam dagegen mitunter einige Schillinge von ihr, wenn er Stadgewerbe fr sie besorgte. Keiner konnte sich doch glcklicher fhlen, als der junge Andersen in seiner jetzigen Lage, denn Professor Guldberg hatte den Schauspieler Lindgreen vermocht, den jungen Menschen zu instruieren, whren Einer der Solotnzer sich in den Kopf gesetzt hatte, einen Tnzer aus ihm zu machen. Andersen ging also tglich in die Tanzschule, trat in einigen Balletten auf, und da auch seine Stimme sich wieder eingestellt hatte, mute er in den Chren mitsingen.
So war er denn nun wirklich zum Theater gekommen, und es galt nur noch um's Debtiren und die damit verbundene Erwerbung eines festen Gehalts. Noch immer von Aberglauben befangen, dachte er da am Neujahrstage, wen er heute in's Schauspielhaus kommen, und dort ein Stck declamiren knnte, wrde er zuverlssig im Laufe des Jahres zum Schauspieler avanciren. Leider war das Haus aber an diesem Tage geschlossen, und nur zufllig stand eine kleine Nebenthr offen. Durch diese schlich sich Andersen, zitternd, als wenn er Bses im Sinne htte, auf die dunkle Bhne, wo kein Mensch sich regte, trat an das Lampengestell, betete hier kniend ein Vaterunser, das Einzige und Beste, was ihm hier einfallen wollte, und kehrte dann getrstet nach Hause. Immer noch hoffte er, seine gute Stimme werde nach und nach ganz wiederkehren, was doch kaum zu vermuthen war, da der arme Jngling aus Mangel an Geld fast immer mit zerrissenen Stiefeln und nassen Fen gehen mute, auch keine Winterkleider hatte. Nun bereits sechzehn Jahre alt, war er doch noch ganz Kind, so da er sich den ganzen Abend auf seiner Kammer damit beschftigte, Puppen fr sein kleines Theater zu nhen, deren Umzge aus Proben machte, die er sich in den Kauflden erbeten hatte. Auf diese Weise verstrichen ihm die besten Jahre zum Lernen, und viele kummervolle Tage mute er bestehen, ehe ein milder Tag fr ihn anbrach. Guldberg bte ihn im dnischen Styl, und bald frderte Andersen eine ganz versificirte Tragdie zu Tage, die wegen der Gewandtheit, womit er die Sprache darin zu behandeln gewut hatte, hlenschlgers, Ingemanns und Anderer Aufmerksamkeit erregte. Bei'm Theater aber ward ihm kein Debtiren gestattet, man entledigte ihn sogar seiner bisherigen Verpflichtung, die Tanzschule zu frequentiren und in den Chren zu singen, da man wnschte, er mchte seine Zeit wissenschaftlichen Studien weihen; doch Niemand that Etwas fr ihn in dieser Hinsicht, und es fiel dem armen Knaben schwer genug, nur das Nthige zur Erhaltung des Lebens zu erwerben. Da schrieb er in seiner groen Noth ein neues dramatisches Stck in der Hoffnung, da es zur Auffhrung angenommen werde, allein die Hoffnung schlug fehl, oblgleich dieser Arbeit bald ein zweiter und dritter Versuch folgte.
Gerade um diese Zeit wurde der als augezeichneter Beamter ebensosehr geschtzte, als wegen seiner Herzensgte allgemein hochgeachtete Konferenzrath Collin Theaterdirector, und bald begriff dieser kluge und hellsehende Mann, was in dem jungen Dichter schlummerte. Zwar verwarf auch er Andersens dramatische Arbeiten, aber er ging alsbald zum Knig und erwirkte die Erlaubni, den jungen Andersen auf Staatskosten in eine gelehrte Schule in den Provinzen zu senden, und wurde dem Jnglich von diesem Augenblick an ein Vater im edelsten Sinne des Wortes.
Jetzt trat nun Andersen von Tanzbungen, Romanen und Puppen ber zu Mathematik, Latein und Griechisch, und der siebzehnjhrige Jngling mute sich darin finden, unter zehnjhrigen Knaben die ersten Elemente zu erlernen. Der Rektor behandelte ihn indessen sehr hart, sprach ihm alle geistigen Fhigkeiten ab, und verga sich so sehr, verkannte so ganz die Pflichten eines ffentlichen Lehrers, da er den armen Jngling zum Gegenstande des Hohns bei den Mitschlern machte, und ihn in einen Zustand geistiger Leiden versetzte, der ihn binnen Kurzem hingerafft haben wrde, htte ihn nicht der edle Collin und einige andere treue Freunde aus diesen Qualen errettet. Als nmlich ein paar Jahre hier verstrichen waren, reis'te Einer der Lehrer nach Kopenhagen, und berichtete dem Konferenzrath, wie bel und sorglos der arme Andersen von dem Rektor behandelt wrde. Nicht sobald hatte Collin dies erfahren, als er auch sogleich Andersen aus der Schule nahm und ihn einem Privatlehrer bergab. Ein Jahr daruf (1828) ward Andersen akademischer Brger in Kopenhagen.
Wenige Monate darauf erschien seine erste literarische Arbeit im Druck unter dem Titel: "Fureise nach Amack, " eine humoristische Posse, die so groen Beifall fand, da schon nach einigen Tagen eine zweite Auflage davon veranstaltet werden mute, und eben jetzt die dritte Auflage unter der Presse ist. Nun wurde der junge Dichter berall mit zuvorkommender Freundlichkeit aufgenommen. Der dnische Uebersetzer des Shakspeare, der Kommandeur Wulff, der berhmte Naturforscher Statsrath rsted und viele angesehene Familien und Gelehrte nahmen ihn als einen Freund ihres Hauses auf, und die Familie Collin gab ihm ganz eine vterliche Heimath.
Der Fureise nach Amack" folgte eine dramatische Arbeit, ein heroisches Vaudeville: "Die Liebe auf dem Nikolaithurme," das auf die Scene gebracht wurde und vom Professor David recensirt ist. Einige glaubten darin eine Parodie auf hlenschlgers Axel und Walburg zu sehen, worin die lieben Leute sich doch sehr irrten. Die ganze Veranlassung zu diesem Irrthume entstand aus zwei Repliken eines Trauerspiels, die Andersen auf komische Weise in seinem Vaudeville benutzt hatte. Darber entstand eine kleine Partei gegen ihn. Andersen hrmte sich nicht darber, und machte sein zweites akademisches Examen, worin er den hchsten Grad erhielt.
Bald darauf erschien die erste Sammlung ernster und scherzhafter Gedichte, die jedes fr sich ein groes Publikum fanden. In der Schule hatte man Andersen so oft der Weichheit geziehen, da er sich spter oft seiner besten Gefhle schmte, und nicht selten, wenn er eben ein ernstes Gedicht vollendet hatte, unmittelbar darauf eine Parodie dazu schrieb. In dieser Sammlung von Gedichten finden sich mehrere Proben dieser Art Parodien, was jedoch von Einigen gemibilligt wurde, die besorgten, es mge eine solche Richtung des Gemths nicht gut enden. Chamisso hat mehre dieser Gedichte glcklich bersetzt, und sie in die Ausgabe seiner gesammelten Gedichte aufgenommen.
Im Sommer 1830 machte Andersen eine Reise durch die dnischen Provinzen, und nach der Rckkehr erschien unter dem Titel: Phantasien und Skizzen eine neue Sammlung lyrischer Gedichte von ihm, die von der groen Vernderung zeugte, die in seiner Seele vorgegangen sein mute, und als htten die frheren, von ihm selbst verhhnten Gefhle sich an ihm rchen wollen, trugen alle diese Gedichte das Geprge einer stilllen Schwermuth. Mglich ist es auch, da Selbsttuschung ihren Antheil daran hatte. Chamisso, Gaudy, Ghler und Andre haben einzelne Gedichte dieser Sammlung bersetzt und eins derselben: "Das sterbende Kind" so vielen Anklang gefunden, da es in's Grnlndische bersetzt worden. Die armen Grnlnder singen es, wenn sie auf dem Fischfange sind, und man findet es in ihrem Liederbuche abgedruckt. berhaupt haben diese Gedichte einen Anklang von Heine's Liedern, in welchen Andersen die Leiden ausgesprochen fand, die sein eigenes Herz drckten.
Zerstreuung ward jetzt mehr und mehr ein Bedrfni, wollte er anders seine Gesundheit nicht ganz untergraben. Er trat daher 1831 eine Reise in die schsische Schweiz an, die er noch im nmlichen Jahre, 1831, beschrieb und im Druck heruasgab. Sie ist von Genthe in's Deutsche bersetzt und in Breslau herausgekommen. Auf dieser Reise machte der junge Dichter Bekanntschaft mit Tieck, Chamisso und Willibald Alexis. Chamisso, welcher Dnisch versteht, machte sich bekannt mit Andersens lyrischen Arbeiten und fhrte ihn zuerst in Deutschland ein, indem er, wie schon gesagt, mehrere von Andersens kleineren Gedichten bersetzte und sich im "Morgenblatte fr gebildete Stnde" folgendermaen ber ihn uerte: "Mit Witz, Laune, Humor und volksthmlicher Naivitt begabt, hat Andersen auch tieferen Nachhall erweckende Tne in seiner Gewalt. Er versteht besonders, mit Behaglichkeit aus wenigen, leicht hingeworfenen, treffenden Zgen kleine Bilder und Landschaften in's Leben zu rufen, die aber oft zu rtlich-eigenthmlich sind, um Den anzusprechen, der in der Heimath des Dichters nicht selbst heimisch ist. Vielleicht ist, was von ihm bersetzt werden konnte, oder bersetzt worden ist, am wenigsten geeignet, ein Bild von ihm zu geben."
Da Andersen leider auch vom pekuniren Gewinn, den seine Arbeiten ihm einbringen, leben soll, und das Honorar in Dnemark auch fr sehr gelesene Bcher unglaublich geringe ist, so ergriff er die Gelegenheit, als ein junger Komponist, der Konzertmeister Bredahl, sich einen Operntext von ihm erbat, auch die Theaterdirektion besser bezahlt als die Verleger, und schrieb nach Walter Scotts Roman die Oper: "die Braut von Lammermoor," behandelte ebenfalls Carlo Gozzi's Maskenspiel: der Rabe, wozu der Sekretr Hartmann die Musik komponirte, und vom Professor Weyse ersucht, Kenilworth fr ihn zu schreiben, erfllte er auch diesen Wunsch seines frhen Wohltters. Allein die Kritik billigte nicht, was sie ein Zerstckeln anderer Dichterwerke nannte, und eiferte schonungslos gegen das verkehrte Beginnen, bekannte Romane dramatisch zu bearbeiten .
Indessen behauptete Andersen den schon erworbenen Ruf als lyrischer Dichter durch seine "Vignetten zu dnischen Dichtern" und: "die zwlf Monate des Jahres."
Um diese Zeit erschienen in Kopenhagen die anonymen "Gjengangerbreve", die wegen ihres vortrefflichen Gehalts und einer auffallenden hnlichkeit mit Baggesens Manier so groe Sensation erregten. Eine sehr schwache Seite hatten diese launigen Episteln doch in dem Angriff, den sie auf Andersen enthielten. Der Witz drehte sich um eine Anspielung auf Andersens Namen, und tadelte ihn wegen seiner migen Orthographie. Der anonyme Verfasser konnte nicht eine gute Seite an Andersens Arbeiten finden, und behandelte ihn auf eine vornehm-herabwrdigende Weise, die ihm nicht zur Ehre gereichte. Wollte Andersen Bses mit Bsen vergelten, erlaubte ihm seine ehrenwerthe Denkart, feindlich gegen jenen Verfasser, den nunmehr wolbekannten Dichter H. Hertz, aufzutreten, wre dazu die allervorzglichste Gelegenheit in diesen Tagen gegeben, wo Hertz dem kopenhagener Publikum bewiesen, wie auch er die jmmerlichste Jmmerlichkeit zu Tage zu frdern, und eine zahlreiches Publikum ganze anderthalb Stunden zu langweilen vermochte. Indessen wurden diesem Dichter unmittelbar nach dem Erscheinen jener spuckhaften Briefe Stipendien zu einer Reise nach Deutschland, Frankreich und Italien bewilligt, und dies veranlate Andersens Freunde, ihm eine gleiche Aufmunterung auszuwirken, obgleich Viele der Meinung waren, er wre jetzt auf seinem Kulminationspunkte. Auf hlenschlgers, Ingemanns, Heibergs, rsteds und Thiele's Empfehlungen wurden auch Andersen Reisestipendien zugestanden, wobei es recht merkwrdig war, da Jeder dieser Herren seine Empfehlung auf eine besondere Eigenschaft am Dichter gesttzt hatte: der Eine pries sein tiefes Gefhl, ein Anderer seinen Witz und seine Laune. Diese Begnstigung erregte indessen den Neid einiger unsaubern Geister, es erschienen einige anonyme Angriffe auf Andersen, die ihn so sehr krnkten, da er an sich selbst verzweifelnd und voll Mitrauen eine Reise antrat, die ihm die beste Schule wurde.
Er ging nun (1833) nach Paris, und - kaum sollte man's glauben - der erste Brief, den er hier aus dem Vaterlande empfing, enthielt nur eine couvertirte dnische Zeitung, worin ein wahres Spottgedicht auf Andersen abgedruckt war, eine hmische Ergieung des Neides ber die dem Dichter zu Theil gewordenen Stipendien zu einer Reise in's Ausland. Solche Ausbrche der Rusticitt, solche Beweise des gnzlichen Mangels an Erziehung und edleren Gefhlen wiederholen sich nicht selten bei uns. Es sind die ohnmchtigen Auslassungen eines contracten Gemths, die ihre Wirkung selten empfehlen, d.h. sie gereichen dem Angegriffenen zum besten Ruhme. Andersen verlebte drei Monate in Paris, und stiftete hier Bekanntschaft mit Heine, Victor Hugo und Paul Dport. Nachdem er der Einweihung der Napoleunssule beigewohnt hatte, reis'te er nach der Schweiz, wo ihn eine ihm ganz unbekannte Familie, Houriet in le Locle, im hohen Thale des Juragebirges, einlud, einige Zeit bei ihr zu verweilen. Andersen nahm diese Einladung mit Erkenntlichkeit an, und vollendete hier, in der groen Einsamkeit der Natur, sein dramatisches Gedicht: "Agnete und der Wassermann," das er in Paris angefangen hatte. In dieser Dichtung go er seine ganze Seele aus, und whnte, man wrde ihm in Vaterlande die Gnade seines Knigs nicht mehr mignnen, wenn das Gedicht erst dort bekannt geworden.
An dem nmlichen Tage, an welchem Andersen vor vierzehn Jahren fremd und hlflos nach Kopenhagen gekommen war, am 5. September wanderte er ber den Simplon in's schne Land, das ihn zu dem Dichterwerke begeistern sollte, wodurch ihm die erste allgemeine und wohlverdiente Anerkennung zu Theil wurde: Der Improvisator, oder, wie Professor Kruse den Titel ziemlich schwerfllig umgetauft hat: Jugendleben und Trume eines italienischen Dichters. ber Mailand, Genua und Florenz ging er nach Rom, wo ihn Thorvaldsen und alle Landsleute mit groer Liebe empfingen. Das nach Kopenhagen gesandte Gedicht "Agnete und der Wassermann," von dessen Aufnahme er so groe Erwartungen gehegt hatte, wurde ganz bersehen. Ein anderer junger Dichter, Paludan-Mller, der sich besonders durch schne Versifikation auszeichnete, war der Stern des Tages geworden. Sonderbare Verkettung! Paludan-Mllers Dichtungen sind in Deutschland erst neulich als schwache Leistungen geschildert, whrend Viele in Dnemark sie gern in den dritten Himmel erhben, und Andersen findet in Deutschland weit mehr Anerkennung, als in seinem Vaterlande! Seine Freunde theilten ihm auch jetzt Alles mit und gestanden ihm offenherzig, wie sie der nmlichen Meinung, wie die grere Menge, wren, da er nmlich abgeblht habe. Ein folgender Brief brachte ihm die Trauerbotschaft vom Tode seiner Mutter, der Einzigen, die noch von seinen Angehringen am Leben gewesen. Aus mehren erotischen Gedichten, die damals ins Leben traten, darf man annehmen, da auch ein geheimer Kummer des Dichters Herz drckte. Mimthig wandelte er unter den Kunstschtzen und der reichen Natur wie lebhaft sich aber diese fremde Welt und das Volksleben des Sdens in seiner Seele abspiegelte, zeigt uns der Improvisator im schnsten Lichte. Bei Thorvaldsen, der groes Gefallen an der Agnete fand, wurde dem Dichter Trost und Aufmunterung zu Theil. Der groe Knstler erzhlte ihm, wie arm auch er gewesen, wie sehr auch er in seinen ersten Knstlerjahren dem Neide blogestellt, und wie oft auch er verkannt worden.
Inde war Andersens eifrigster Antagonist, der Dichter Herz, auch in Rom angekommen, und, wie es sich von edlen Gemthern nicht anders erwarten lie, sie schlossen sich einander an und reisten gemeinschaftlich nach Neapel, wo sie der Vesuv mit einer glnzenden Eruption empfing. Sie besuchten Pstum und die blaue Grotte; im Improvisator ist das Auftreten beider dnischen Dichter ein Zeuge dieser nunmehrigen Harmonie der beiden Musenshne, die unsers Wissens in der Folge nicht gekrnkt worden ist.
Im folgenden Jahre kehrte Andersen ber Venedig, Wien und Mnchen in sein Vaterland zurck. In den beiden letzten Stdten hielt er sich ziemlich lange auf und knpfte hier Bekanntschaften mit Deutschlands ersten Dichtern und Knstlern, die ihm Alle aufs freundlichste entgegenkamen. Gleich nach der Ankunft in Kopenhagen vollendete der Dichter nun seinen ersten Roman, den Improvisator, der mit ungetheiltem Beifall aufgenommen, gelesen, wieder gelesen und wieder aufgelegt wurde. berall fand diese hehre Dichtung die verdiente Anerkenung, und selbst Diejenigen, welche frher nicht gnstig gegen Andersen gestimmt gewesen, reichten ihm die Hand zur Vershnung. Zu diesen Letzteren gehrte auch der Rector, jener hartherzige Lehrer unsers Dichters, der sich alle Mhe gegeben hatte, das von Gott verliehene Talent in den Staub zu treten. Jetzt erkannte er seinen Fehler und bedauerte seinen Irrthum. Von allen Beweisen der Anerkennung erfreute jedoch seiner den jungen Andersen mehr, als der Beifall des edlen deutschen Dichters Hauch. Dieser hatte in einer aristophanischen Komdie vermeintliche Fehler an Andersen als Dichter gergt, und die Meinung ausgesprochen, er habe einen Weg eingeschlagen, der zu Nichts fhre. Jetzt, nachdem er den Improvisator gelesen hatte, nahm er seinen Anstand, an Andersen zu schreiben, ihm seine Freude ber den eigenen Irrthum zu bezeugen und ihm die Hand der Freundschaft zu reichen. Andersen hat der Welt seine Achtung vor diesem herrlichen Manne dadurch zu erkennen gegeben, da er ihm und dem herzlichsten seiner vaterlndischen Freunde, dem Dichter und Professor Ingemann, den vorliegenden Roman dedicirte.
Dem Improvisator folgte der von Christiani ins Deutsche bersetzte Roman O.T., der aber wegen seines ganz vaterlndischen Charakters eine weniger gefllige Lecture fr Deutsche sein drfte.
Frs Theater schrieb Andersen das dramatische Gedicht: Trennung und Wiedersehen, das von der kopenhagener Theaterdirektion nicht zur Auffhrung angenommen worden, wie denn diese Direktion berhaupt nicht das Geringste zur Aufmunterung des Dichters gethan. Diese Klte scheint ihm alle Lust benommen zu haben, fr die Bhne zu arbeiten, denn er hat seitdem keine neue Arbeiten an die Theaterdirektion eingereicht.
Andersens neustes Werk ist der hier dem deutschen Publikum dargebotene Roman: Nur ein Geiger! Mehr als irgend eine seiner frheren Arbeiten enthlt dieser Roman Zge aus dem Leben des Dichters, wie das aus dieser Skizze hervorgeht. Uns, dem bersetzer, kann es nicht zustehen, ein Urtheil ber diese Dichtung auszusprechen, da sie aber Anklang bei dem nachdenkenden Leser finden wird, davon sind wir im Voraus berzeugt.
Des Dichters Abenteuer fr Kinder, wovon ehestens eine deutsche Ausgabe in der Buchhandlung der Herren Vieweg u. Sohn in Braunschweig erscheint, halten in Dnemark Viele fr Andersens originellste Arbeit, und gewi verdienen drei dieser Dichtungen einen ausgezeichneten Platz in diesem Zweige der Literatur.
Mit der ihm zu Theil gewordenen Anerkennung seines Dichterwerkes scheint auch eine frohere Stimmung sich in seiner Brust zu regen. Nie hat je ein Dichter seine geistige Entwickelung so, von allen Umstnden dazu gedrungen, vor dem Publikum zur Schau getragen. Die Kritik folgte allen seinen Schritten, und der Historiker Molbech, welcher Mitglied der Theaterdirektion ist, hat ein so hartes, liebloses und, wir drfen sagen, ungerechtes Urtheil ber Andersen gefllt, da sein Aussprcuh der Wiederhall einer vorgefaten Meinung, nicht aber das besonnene Urtheil eines wohldenkenden Mannes genannt zu werden verdient.
Aller dieser Widerwrtigkeiten ungeachtet hat des Dichters eigene Kraft und eine liebevolle Hand der Vorsehung ihn seiner Bestimung mit jedem Tage nher gefhrt. Seine Persnlichkeit und seine Werke haben ihm viele Freunde und Verehrer erworben; sein Publikum ist zahlreicher, als es seine Gegner glauben mchten. Deutschland inde hat seinen Werth am richtigsten aufgefat, und es spricht das Conversationslexikon der Gegenwart eine doppelte Wahrheit aus, wenn es Andersen einen der talentvollsten dnischen Dichter neuester Zeiten nennt, dessen Ruf in Deutschland jedoch anerkannter sei, als in seinem Vaterlande es giebt ein treues Bild seiner Persnlichkeit in den Worten: er besuchte 1833 und 1834 Deutschland, die Schweiz, Italien und Frankreich, wo sein harmloses Wesen, sein offenes, ehrliches Gesicht und der liebefunkelde Blick, der das Dichtergemth verrth, ihm berall Freunde erwarben.
Im Sommer von 1837 machte Andersen eine Reise durch Schweden, besuchte Gothenborg, Stockholm und Upsala, wo er Bekanntschaft mit den Dichtern und anderen ausgezeichneten Mnnern des Nachbarlandes machte. Die Frchte dieser Reise wird das neue Werk uns bringen, woran der Dichter gegenwrtig arbeitet.
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Wir glauben diese Skizze des Jugendlebens und der literarischen Thtigkeit des Dichters Andersen nicht besser schlieen zu knnen, als durch ein chronologisches Verzeichni aller seiner bisher heruasgegebenen Werke.
1829
erschienen 1) Fureise nach Amack. Erste und zweite Auflage 1829, dritte Auflage 1838.
2) Die Liebe auf dem Nikolaithurme, heroischen Vaudeville. Gehrt zum Repertoire des kniglichen Theaters in Kopenhagen.
1830
3) Gedichte. Einige derselben sind von Chamisso ins Deutsche bersetzt.
1831:
4) Phantasien und Skizzen. Aus dieser Sammlung von Gedichten haben v. Chamisso, Gaudy, Ghler und erst neulich auch Thomson in der in Berlin erschienenen sogenannten Harfe der Skalden deutsche Nachbildungen geliefert.
5) Schattenrisse eienr Reise nach dem Harz und der schsischen Schweiz. Ins Deutsche bersetzt von Genthe, Breslau 1832.
1832
6) Die Braut von Lammermoor, Operntext, in Musik gesetzt vom Concertmeister Bredal, und zum ersten Male aufgefhrt auf dem kniglichen Theater in Kopenhagen am 5. Mai 1832.
7) Der Rabe, komische Oper nach Carlo Gozzis il Corvo, in Musik gesetzt vom Sekretr Hartmann, als Festschauspiel gegeben zum Geburtstage des Knigs von Dnemark, am 29. Januar 1832.
8) Vignetten zu dnischen Dichtern.
9) Die zwlf Monate des Jahres, ein Cyklus von Gedichten.
1833
10) Gesammelte Gedichte.
1834
11) Agnete und der Wassermann, ein dramatisches Gedicht, wovon Chamisso ein Fragment ins Deutsche bersetzte.
1835
12) Das Fest auf Kenilworth, Operntext, in Musik gesetzt vom Professor Weyse. Gehrt zum Repertoire des kniglichen Theaters in Kopenhagen.
13) Der Improvisator, Originalroman in 2 Theilen. Zweite Auflage 1837. Deutsch: Jugendleben und Trume eines italienischen Dichters, vom Professor Kruse, Hamburg, 1835, franzsisch: lImprovisateur, von v. Lundblad, Paris 1838.
1836
14) Trennung und Wiedersehen, Vaudeville in 2 Aufgen.
15) O.T, Originalroman in 2 Theilen, ins Deutsche bersetzt von Christiani, Leipzig 1837.
1837:
16) Mhrchen fr Kinder, 3 Heftchen. Erscheinen in deutscher Ausgabe vom Unterzeichneten bei Fr. Vieweg u. Sohn, Braunschweig 1838.
17) Nur ein Geiger! Originalroman in 3 Theilen. Ins Deutsche bersetszt und mit einer Lebensskizze des Dichters begleitet vom Unterzeichneten, Braun-schweig 1838.
1838
18) Die Galoschen des Glcks, ein Mhrchen. Erscheint in deutscher ber-setzung unter No. 16.
19) Ein rechter Soldat, Posse in Versen.
20) Das hat der Zombi gethan! Gedicht.
Diese letzeren drei Leistungen erschienen in einem Bande.

Kopenhagen, im Mai 1838.
G. F. v. Jenssen

*[red.tilfjelse: Marmier skriver Hogg. Hague og den tilhrende forklaring er Jenssens gtteri. James Hogg (1770-1835) var en skotsk lyriker og prosaist, opvokset under fattige forhold ude p landet og autodidakt forfatter.]

(Bibliografisk kilde: HCAH)

Udgivet Maj 1838
Sprog: hollandsk, tysk
Kilde: H.C. Andersen-Centrets bibliografiske optegnelser   Bibliografi-ID: 11963
[Informationer opdateret d. 18.11.2013]