The Hans Christian Andersen Center

Dato: 25. februar 1858
Fra: H.C. Andersen   Til: Carl Alexander
Sprog: tysk.

137 Andersen an Carl Alexander

Kopenhagen 25 Februar 1858.

Theurer edler Groherzog! In diesen Tagen erscheint eine neue Dichtung von mir: "neue Mhrchen und Historien"; meine Gedanken waren immer bei dieser Arbeit, sonst wre meine Brieftaube unlngst ber Schnee und Eis nach dem lieben Weimar geflogen; ich htte gerne gleich eine deutsche Uebersetzung gehabt, mein deutscher Verleger aber wnscht einige Bogen mehr, als der dnische Ausgabe giebt, und wartet daher lieber bis September.

Ich mchte wissen ob namentlich eins der Mahrchen: "Die Nachtmtze des Hagestolzen", Ew: Kniglichen Hoheit gefllt, so wie ich es hoffe! ich habe frher dieses Mhrchen erwhnt, die Hauperson ist aus Eisenach, die Liebhaberin aus Weimar, und das Heimweh sucht das Thringerland. Die heilige Elisabeth, so auch Frau Holle tritt auf. Aus dem Herzen ist es geschrieben.

Diese neue Mahrchen, welche schon im Manuscript hier in Kopenhagen ziemlich bekannt sind, haben groen Anerkennung gefunden, darum hat der dnische Verleger groe Eile, und nach der glcklicheren Zeit der Dichtung habe ich nun mit Abschreiben und Korrigiren vollauf zu thun gehabt. Ich freue mich recht darann ein mal zu erfaren, / da Sie, mein hoher, edler Herr, dies(e) neuen Dichtungen (aus: neue Dichtung) herzlich und freudvoll gelesen haben. Ew: Konigl: Hoheit haben in dem letzten Schreiben darauf hingewiesen, ob ich fr die Weimarische Bhne eine Mhrchen-Komedie schreiben konnte, ich denke viel daran, ich wnsche es, ich mchte es so gern, als wr sie von einem Weimarianer geschrieben; am Streben meinerseits soll es gewi nicht fehlen.

Eines meiner lteren Stcken: "Mehr wie Perlen und Gold" ist krzlich wieder auf die Kopenhagener Scene gekommen, es scheint noch das Interesse der Frischheit zu bewahren; auch das "Fliedermutterchen," (das ich Ew: Konigl: Hoheit ueberliefert habe, hoffend da es mglich fr die Weimarsche Bhne sich eignen knnte), soll wieder auf die dnische Bhne.

Winter haben wir jetzt, zwar einen milden, doch so da die Dampschiffsverbindung mit Deutschland unterbrochen ist; die Briefe gehen den weiteren Weg bers Land. Bald haben wir den 2ten April, und dann bin ich drey Jahr ber die fnfzig hinaus, da ist zu schrecklich, so alt, und doch so jung! Eine wahre Freude fr mich an diesem Tage wurde es sein von Ihnen, hoher, theurer Herr, einen Brief zu bekommen.

Will Gott, gehe ich im Sommer nach der Schweitz, / wo ich im vorigen Jahre nicht war; leider kann ich nur einen Monat auf diese Reise verwenden. In meinen Gedanken liegt schon eine neue grere Dichtung, welche ich am besten hier in Dnemark ausarbeiten kann. Ich hoffe auf Frieden und Freude fr die Lnder, die Reibungen gehen mir schmerzlich durch die Seele. Bewahren Sie mich in der gndig(en) Erinnerung der Groherzoginn und der Kaiserlichen Mutter. Gottes besten Segen ber Sie und die Ihrigen. Ihr Konigl: Hoheit treu ergebener

H.C. Andersen.

Tekst fra: Ivy York Mller-Christensen