The Hans Christian Andersen Center

Dato: 30. oktober 1846
Fra: Carl Alexander   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

31 Carl Alexander an Andersen

Weimar den 30 October 1846.

Aber was machen Sie, mein Bester? Sind Sie krank?, wren Sie es, so wrden Sie gewi die Gte gehabt haben mir ein Wort wissen zu laen; sind Sie mir bse da ich auf Ihren letzten Brief nicht frher als nach meiner Rckkehr aus Heinrichau antwortete? aber ich konnte ja nicht frher, mir gebrach die physische Mglichkeit, berdie knnen Sie mir nicht grollen, es vertrgt sich nicht mit Ihren Charakter; dichten Sie etwa? warum schreiben Sie mir

dann nicht da Sie dies thun und da Sie mir deshalb eben nicht schreiben knnen? Ich zerbreche mir vergeblich den Kopf, deshalb bitte ich Sie instndigst mit Letzterem Erbarmen zu haben und mir die Rthsel zu lsen mit welchen Ihr hartnckiges Stillschweigen mich / umringt. Vielleicht ist sogar mein letzter Brief an Sie verlohren gegangen? Es wre mir dieses sehr unangenehm, erkundigen Sie Sich ja. Aber vor allen Dingen schreiben Sie. Wenn man gewohnt ist mit Bekannten in fortwhrendem Verkehr zu stehen, so ist das pltzliche Abbrechen desselben wirklich betrbend. Ueberdie war der Zustand in welchem Sie abreisten mir ngstlich, sagen Sie mir wie es Ihnen geht. Hten Sie sich vor Nervenfiebern, sie sind nach dem heien Sommer berall. - Ich htte Ihnen Vieles mitzutheilen, will es aber auf meinen nchsten Brief ersparen, denn zuerst mu ich wien was sich mit Ihnen zugetragen. Bitte, schreiben Sie baldigst Ihrem herzlich ergebenen Carl Alexander /

Den 2 November Soweit, mein Bester, war ich mit meinen Brief gekommen, schon hatte ich ihn zugesiegelt und wollte ihn eben fortschicken als mich Ihr lieber Brief von dem 26 v. M. berraschte. Ich entsiegelte also noch ein Mal diese Zeilen um denselben [ber gestr.: Ihnen] meinen Dank wie den Ausdruck meiner Freude noch anzuhngen. Aus meiner Ungeduld werden Sie auf die Freude schlieen knnen welche ich empfand als sie gestillt wurde und nun besonders auf eine so herzliche und freundschaftliche Weise. Tausend, tausend Dank dafr. Ich kann nicht sagen wie sehr er mich interessirt hat Ihr Brief; Ihre Reisebeschreibung ist vortrefflich gelungen, die Freude ber das Wiedersehen der Familie Collin ist Ihnen recht aus der Feder gefloen; ich liebe die leute, weil Sie von ihnen geliebt werden, denn Sie gehren nun ein Mal meinem Herzen an. - legen Sie mich der verwittweten Kniginn zu Fen und sagen Sie ihr wie gerhrt u. dankbar ich fr das Interesse wre, welches sie fr mein Kind gezeigt. - Sehr gratulire ich Ihnen ber Ihren Orden, ich freue mich ber Ihre Freude. Erhalten Sie Sich die liebe fr die Menschheit, durch sie werden Sie glcklich. - Wir haben bewegte und zum Theil recht [aus: sehr] unangenehme Tage verlebt. Die arme Grfi(nn von) Reden ist ihrer Krankheit unterlegen, sie ist todt. Wir betrauern sie aufrichtig, sie war ein edeles Wesen, ihre Bildung war hoch an Seele wie Verstand, sie ist in ihrer specialitt fast unerstzlich. Als die Krankheit gefhrlich wurde muten wir Ettbg. (Ettersburg) verlaen. Wir zogen nach Belvdere, die Klte im October vertrieb uns auch von da, nun sind wir hier in Ihnen wohlbekannten Rumen. Ich schreibe in dem Zimmer mit dem comfortablen Camin, an welchem ich so oft mit Ihnen plauderte. Adieu, ich mu schlieen Ihr getreuer CA

Tekst fra: Ivy York Mller-Christensen