The Hans Christian Andersen Center

Dato: 1. oktober 1846
Fra: H.C. Andersen   Til: Carl Olivier von Beaulieu-Marconnay
Sprog: tysk.

Oldenburg, 1. October 1846

Mein lieber, theurer Freund!

So innig und oft dencke ich an Sie; wie ein Bruder sind Sie mir gewesen und Sie bleiben es immer, nicht wahr? Dieses Male sind Sie nicht heiter gewesen wie im Winter, aber ich hoffe, Sie froh und glcklich zu sehen wenn wir uns wieder begegnen! Glauben Sie mir, ich nehme so innig und herzlich Theil an Ihrer Glck, ach wie schn, wenn ich einmal nach Weimar kommen konnte und auf die Frau Beaulieu grssen und dann die Kleinen Geschichten erzhlen! Aber ich mchte recht gern sehr alt sein, dencken Sie daran. Den Brief in Leipzig habe ich empfangen, der aus England war, wie Sie glaubten, von Mary Howitt, sie machte mir ein Anbietung, wenn ich etwas von meiner Buch Ahasverus fr den Journal Ihres Mannes schreiben sollte, aber das geht nicht, der sonst will so was nicht erlauben. Die Howitt erzhlt, mich wie beliebt meine Schriften sind in England und will, dass ich dahin kommen sollte, alle meinen Freunden kennen zu lernen; aber jetzt geht es nach Dnemark; Morgen will ich schon fort ber Bremen und Hamburg. Mein Knig ist mir sehr gndig gewesen, gestern bekam ich Brief von Colin und im Brief lag das Dannebrogs Band, der Knig hat mich, ich glaube sein Geburtstag, zu Danebrogs Ritter ernannt, jetzt fesslen mir je Deutschen Hand, dnisch Hnde", Wie Sie wissen, ich habe pershnlich mein Knig sehr lieb und Sie verstehen, denn das dieses Zeichen seiner Gte machte mir Freude. Durch die Zeitungen sehe ich dass die Schriftsteller Versammlung ist rckgnig geworden, Laube hat sich ganz sonderbar genommen, es scheint mir, dass er mit Wille, die ganze Sache umgestrtzt hat; es rgert mich, ich fand es schn, dass eben in Weimar, diese Versammlung stattfinden sollte. Der Meininger Schwtzer konnte nicht anders handeln als er gethan hat. Hier in Oldenburg ist alles freundlich und gut, leider fhle ich mich weit mehr angegriffen hier als in Weimar, die Luft, glaube ich, ist gar zu schwer, ich bin noch nicht bei Jerndorff gewesen, es ist mir gar so weit, ich habe diese Wanderung veruscht, aber ich war ganz elend.- Auch die Riese auf dem Eisenbahn von Leipzig nach Braunschweig war mir ein bisschen so weit, ich muss ordenlich einfrieren im Winter um startk zu werden; auf dem Posthaus in Oldenburg des Abends war ich empfangen von Eisendecher und der gute, liebe Alexander; man hat mich sehr gehegt und geflegt; Alexander ist auserordenlich herzlich und liebenswrdig, er seht ganz blhend aus und lacht so prachtvolll, dass ich als Lustspieldichter ihm wnschte im Theater immer wann mein Lustspiel gegeben wrde. Er sprich mit s einen treuen Anhnglichkit ber den Bruder in Weimar. Ein Gruss habe ich an Sie von Herrn Major von Egloffstein, da ich fur von Bremen nach Oldenburg steigt er, am Lager in Postwagen hinein, wir sprachen ber Sie und Weimar und er hat mich oder mir den Auftrag gegeben Sie zu fragen wie die Zigarren schmeckten. Morgen ist wieder in Oldenburg, aber immer schwach; Sontag wird das Theater mit Gthes Faust gefnet, aber da bin ich fort, eine neue, nie auf einer Bhne aufgetretene Schauspielerin giebt die Gretschen und der bekannt Dramaturg Rscher, ihr Lehrer, ist erwartet zu diesen Feierlichkeit. Gestern kamen die Soldaten vom Lager, Edmond ist sehr hager geworden, aber hbsch braun, ich war gegen Abend mit ihm bei die Eltern; er war sehr liebenswrdig, es liegt aber doch ein tiefe melancholie in die Zge, er leidet, glaub ich, ich verstehe diesen Schmerz! Grssen Sie innig und herzlich Baron und Baronin von Maltitzs, Frau von Gross und Baroness, kurz alle Freunden und Freundinnen, die Frulein nicht zu vergessen; ich habe ein ganze Menge von Gruss an Sie, theurer Freund, von die Eltern, von Edmond und der gute Alexander, sowie auch von Frau von Eisendecher, die schreibt bald nach Weimar. Ich hoffe in Copenhagen mit Adresse an Conferenzrath, Gross-Creutz Collin, einen Brief zu bekommen, nicht wahr! und nun leben Sie wohl, lieber lieber Freund, immer ihr

Bruderlich ergebener

Freund

H. C.Andersen

Tekst fra: H.C. Andersens Hus