The Hans Christian Andersen Center

Dato: 26. september 1844
Fra: Carl Alexander   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

2 Carl Alexander an Andersen

Weimar den 26 Septbr. 1844.

Da mir Ihr Brief von dem 29 August und 9 September eine groe Freude gemacht hat, mein lieber Herr Andersen, versteht sich bei der wahren Freundschaft von der Sie wissen da ich sie [eingefgt: sie] in meinem Herzen fr Sie bewahre, eigentlich dermaen von selbst, da Alles was ich ber meine Freude zu sagen vermag Ihnen schon lngst weit besser bekannt ist als ich auszudrcken es vermchte. Indessen mssen Sie mir diesmal den Egoismus verzeihen und erlauben, Ihnen das zu wiederholen was Sie schon wissen, denn mein Herz ist gar zu voll der Freude die Sie ihm bereitet, als da es schweigen knnte. Wenn es mich freut zu bemerken, da Personen, die ich bei mir zu sehen das Vergngen gehabt habe, mir ein freundliches Andenken bewahren, so ist dies noch viel mehr / natrlich bei solchen der Fall, die ich so hoch schtze und so aufrichtig liebe wie Sie. Mit wahrer Rhrung habe ich erkannt wie frisch selbst die kleinsten Dtails Ihres, leider nur zu kurzen Aufenthaltes in Ettersburg, noch in der Erinnerung fortbestehen. Was wir zusammen an jenen frohen Tagen erlebt, erzhlen Sie so schn und lieblich, da ich eins Ihrer reizenden Mhrchen zu lesen glaubte oder die Erzhlung eines Traums, den wir zusammen getrumt. An Ihnen, mein Bester, liegt es, da wir ihn aufs Neue trumen; o wie gern mchte ich dies und indem ich so zu Ihnen rede komme ich mir vor wie ein Kind das um ein neues Mhrchen bettelt. Meine Frau, welche Sie herzlichst grt vereinigt ihre Bitten mit den meinigen. - Mit einigem Neid habe ich bemerkt, da es Ihnen an andern Orten, auer Weimar, so gut gegangen ist, deshalb mit Neid, weil ich befrchte da andere Orte Weimar bei Ihnen aus/stechen knnten, aber ich trste mich indem ich Ihre Versicherung lese, "da meine Frau und ich fest in Ihr Herz gewachsen seien."Da Sie dem wunderbaren Ding, der Bettina, und so vielen Anderen gefallen haben, glaub ich gern; aber nicht so stimm ich in die Meinung der Hahn Hahn, so [aus: wie] hbsch [aus: unl.:] auch ihr Verslein sein mag; denn warum soll Ihr Herz traurig sein, was dennoch immer die Freude sieht, welche es Anderen durch seine herrlichen Gaben bereitet. Nein, nicht traurig htte sie sagen sollen, sie htte vielmehr sagen mssen Ihr Herz sey weich[;] denn alle Empfindungen zu empfinden wie das Ihrige und alle Empfindungen wiederzugeben wie das Ihrige, kann nur ein weiches Herz. -

Ich habe mit Freuden Ihren Horatio gelesen und der Theaterdirection berliefert, damit er aufgefhrt werde. Da es unsere Bhne sey, auf der er in Deutschland zuerst aufgefhrt werden wrde, knnte mir eine stolze Freude machen. - Ich habe in dem Werk die Flle des Gefhls und / die Wrme des Colorits wiedergefunden, welche schon so oft mich an Ihren Werken entzckt hat. Der schnen Eigenthmlichkeit seines [aus: des] Talentes treu zu bleiben in den verschiedensten Anwendungen ist gewi das schnste Lob desselben. - Wo Sie auch seien, ob auf den waldigen Meer-Inseln, oder in dem schnen Kopenhagen sollen die Ihnen versprochenen Portraits Sie treffen, vor All[em] aber soll es die Versicherung da Ihr liebes Andenken stets und immer unter uns lebt [aus: leben] und bleibt [aus: bleiben] und bleiben wird. Im besonderen scheint mir Ihre Persnlichkeit mit meinem Ettersburg so verwebt, da Sie mir wie eine Art Schutzgeist dieses Ortes vorkommen. Am Ende schreib ich noch selbst ein Mhrchen in dem ich Sie hinaufsetze auf die Zinne meines Schloes dem Sie denn so treu bleiben mssen wie der standhaftige Zinn Soldat seiner Schnen.

Meine Eltern gren Sie herzlich. - Ich mchte Ihnen noch zuletzt eine Bitte aussprechen; das wre die, da, wenn ich Ihnen, wie Sie sagen, wirklich / so ins Herz gewachsen bin, Sie mir auch bisweilen den einzigen Trost der Trennung gewhren, den man im Leben hat, da Sie, mit einem Worte, mir bisweilen schreiben mchten. Schon um deswillen da ich Ihnen recht oft wiederholen knne, da Sie Weimar und im Besonderen meine Wohnung als eine zweite Heimath betrachten mchten und mich als

Ihren stets aufrichtig ergebenen Freund

Carl Alexander Erbgroherzog zu Sachsen

Tekst fra: Ivy York Mller-Christensen