The Hans Christian Andersen Center

Dato: 29. april 1844
Fra: H.C. Andersen   Til: Conrad Rantzau-Breitenburg
Sprog: tysk.

Kopenhagen, den 29. April 1844

Euer Exzellenz!

Als Ihre gndige Frau Schwester mir im Winter sagte, es seien mehrere Abdrcke Ihres Portrats in die Stadt gekommen und sie solle mir einen schicken, freute ich mich sehr. Vor einigen Tagen erhie!t ich durch Sally ein Exemplar und habe Rahmen und Glas dafr bestellt. Dank, meinen innigsten Dank dafr, ich wei, Sie haben es mir gegnnt, und wenn ich im Herzen auch ein lebendigeres habe, das redet und mich an unendlich vie!e frohe Augenblicke erinnert, so hatte ich doch kein Bild von Ihnen fr meine Wand oder um es aus meiner Mappe hervorzuholen. Sie haben mir eine rechte Freude gemacht, und nicht nur dadurch, da ich jetzt das Bild besitze, sondern dadurch, da Sie es mir geschenkt haben.

ber Thorvaldsens Tod haben Euer Exze!lenz sicher alles gelesen, was in unseren Blttern geschrieben worden ist. Ich htte gewnscht, Sie wren Zeuge seiner Beisetzung gewesen. Sie war frstlich. Sie wissen, da ich beim letzten Essen, das er erlebt hat, mit ihm zusammen war. Ich verlie ihn, als er ins Theater ging, drckte seine warme Hand, etwa eine Vierte!stunde, ehe er starb.

Morgen reist [der Dichter Adam] Oehlenschlger mit seinem jngsten Sohn William nach Stettin, Berlin, Dresden und Wien, danach ber Mnchen an den Rhein und dann von Kln aus ber Brsse! nach Paris und wieder nach Hause ber Le Havre und Hamburg. Es wird eine interessante Reise fr ihn. Das Ge!d dazu hat er vom Konig. ...

Man hat in Kopenhagen viel davon gesprochen, da Euer Exzellenz sich nach Rom begeben wrden, wegen Thorvaldsens Nachla. Andere sagen nein, da der Rang Euer Exzellenz zu hoch im Staat ist, als da Sie in einer solchen Angelegenheit reisen konnten. Ich wei nicht! - Was meine Reiseplne betrifft, so kann ich in diesem Jahr nur 200 Taler darauf verwenden, und deshalb gibt es fr mich wohl nur eine Reise nach Stockholm [zu Jenny Lind] oder vielleicht nach Oldenburg im Groherzogtum [zu Eisendechers]. Entschliee ich mich zu letzterem, wrde ich gern den Weg ber Breitenburg nehmen und etwa acht Tage dort bleiben, sofern Euer Exzellenz sich bei sich sehen wollten - und Sie dort wren.

Ein kleines Drama eines Anonymus Der Knig trumt hat auf der Bhne eine beraus warme Aufnahme gefunden. Heiberg [der magebliche Kritiker] hat sich seiner besonders angenommen und bei diesem Dichter namentlich Originalitt und Dreistigkeit gefunden. Die Leute raten auf Christian Winther und mich; in deutschen Zeitungen finde ich Winther genannt. - Von Saint-Aubain [dem Schriftsteller Carl Bernhard] habe ich vie!e herzliche, untertanige Gre zu bestellen. Konferenzrat Collin und sein Sohn Justizrat [Edvard] Collin, die wissen, da ich heute schreibe, tragen mir ebenfalls auf, ihrer Ergebenheit Ausdruck zu verleihen. Niemals vergesse ich Euer Exzellenz Herzlichkeit und Interesse fur mich,

Ihr dankbarer

H.C.Andersen

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