The Hans Christian Andersen Center

Dato: 17. december 1845
Fra: H.C. Andersen   Til: Minna Mosen
Sprog: tysk.

Abenddmmerung

Der Abend ist so stille, der Himmel ist so blau!

Und alle Vglein baden sich in dem milden Thau;

Sie nicken und sie trumen, o str' nicht ihre Lust!

Es bauen sich ja Welten selbst in der kleinsten Brust.

Im Traume schwingt die Lerche sich in die frische Luft,

Was jede Blume fhlet entathmet sie in Duft.

Die Welt, die schne, weite, mit ihren Welten klein,

Und aller Himmel Himmel schliess' ich im Herzen ein.

Im Auge glnzt die Thrne und lchelt doch vor Lust,

Gern drckt' ich jedes Wesen an meine frohe Brust!

Sieh' alle Sternen blinken, der Abend dmmert sarht: -

Lass nur die Strme steigen, und nah'n die schwarze Nacht;

Schlaft sss, und trumt ihr Vglein! Auch Blmchen netz' der Thau,

Im Herzen ist es stille, dort ist der Himmel blau!


Liebe Frau von Mosen erinnern Sie sich

freundlich meiner

Ihr innig ergebener

H. C. Andersen

Oldenburg den 17 December 1845.

Tekst fra: Solveig Brunholm