The Hans Christian Andersen Center

Dato: 25. juni 1852
Fra: H.C. Andersen   Til: Carl Olivier von Beaulieu-Marconnay
Sprog: tysk.

Mnchen 25 Juni 1852.

Lieber, theurer Freund!

Meinen innigsten Danck fr die schnen Tagen und den Heimath in Weimar! schon frher wollte ich schreiben, aber, wie Sie wissen, die Tagen auf Reisen, verwehen und vergehen, man wei es kaum. Meinen herzlichsten Gru und Danck an die liebenswrdige gnadige Frau und die Kinder. Der kleine Leo, hoffe ich, hat mich nicht vergeen aber Flavia, leider, hat mich Schon aufgegeben. -

Ich bin zwei Tage in Nrnberg geblieben, der alte Stadt hat mich wie frher, sehr angesprochen, die Straen sind wie steinerne Bltter in einem alten Bilderbuch des Mittelalters, doch liebe ich jetzt noch mehr Mnchen, das neue Athen. Jede Tage rollt etwas neues auf fr mich. Die Aukirke, die Basilica und die herliche Bavaria sind wahre Schtze. - In Knig Ludwigs- / Schlo hatte ich die Freude, da ich die Grafin von Eglofstein begegnete, wir sprachen mit einander und sahen die Bilder des Kniges Album. Sie ist jetzt wieder abgereist; auch die Robinson ist lngere Zeit heier gewesen und geht heute nach Salzburg. - Ich bin, was Sie vielleich[t] aus der Algemeine Zeitung wissen, denn ich sehe es steht da, von Konig Max, auserordenlich gndig und liebevoll empfangen; ich habe der Konig sehr lieb gewonnen, er war so herzlich und gut; ich wr bei ihm auf d: Lustschlo in Berg, nach d. Tafel fuhren wir ber die See nach einem schnen Blumen-Insel, der Knig selbst ging mit uns herum, und bei einer alte Kirche-Ruin, wo eine Fliederbaum im Blthe stand, brach er ein Blumen ab fr mich zur Erinnerung. - Auf der Rckfahrt la ich "der Flachs" und "die / Geschichte von einer Mutter". Die Alpen glhten, die Glocken lauteten, es war einn sehr schnen mhrchenhaftigen Abend. - Hr von Dingelsted hat mir, ins Theater, eine ganze Loge gegeben, wohin ich auch meinen jungen Freund Drewsen aus Kopenhagen, hinbringen darf, es ist mir eine groe Freude. - Montach fnf gehe ich nach Lindau und ber Splgen nach Milano; dann durch die Schweitz und nach Franckfurth vielleich am Ende Juli; durch von Eisendecher hre ich, ob Sie noch in Kreuznach sind. - Werden sich recht gesund und glcklich, behalten Sie mir freundlich im Herzen, Gott segne Sie und die Ihrige!

Ihr innig ergebener Freund

H. C. Andersen

Seiner Excel:

Den Herrrn Hoffmarschan von Beaulieu

Tekst fra: Solveig Brunholm (LP 172, billed 6458-60)