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Dato: 16. september 1847
Fra: H.C. Andersen   Til: Charles Boner
Sprog: engelsk, tysk.

Leipzig 16 September 1847.

Lieber theurer Freund!

Lange habe ich nicht geschrieben, aber ich konnte nicht! Nie frher bin ich so berwltiget wie in England und Skotland, es war so viel! Ich habe so viel Liebe und Freundschaft, so viel Ueberschatzung gefunden, dass es mir schwindle wenn ich denke daran; Sie wissen wie meine Krper war angegriffen, ich sehne noch nach Ruhe! Die herzliche Aufnehmen in Skottland brachte mich beinahe zu Thrnen, meinen Schriften waren so bekannt, ich fand so viele Freunden dass ich kaum mein Glck fassen konnte! - Ich muss einen Zge erzahlen. Ich kam, in Edinburg, mit einen Gesellschaft in Heriots Hospital wo Waisen erzogen werden, wir allen hatten unser Nahmen im Fremdenbuch hineingeschrieben, der Portier lass diese und fragte ob Andersen war der Schriftsteller, und da man sagte ja, faltete der Alte die Hande und [guckend mit Freude an einem alten Herr rief er: Gewiss, eben so habe] ich ihn wohl gedacht, die ehrwrdigen weisen Haaren, dieser milder Blick, das ist Andersen! - Man erklrte ihm, ich war es. Der junge Mann! rufte er, gewhnlich sind ja solche Leute, wenn man hrt von Ihnen, entweder todt oder sehr alt! Man erzhlte mir die Geschichte, ich glaubte im Anfang, es war einen Spas, aber der Portier kam ganz rhrend und erzhlte wie er, und alle die Knaben lebten in meine Mrchen hinein, ich war beinahe zu weinen; auf Loch Lomond erkante eine junge Dame mich durch meinen Portrait, gab mir Blumen, druckte meine Hnden - wie gesagt es war so viel, mein Krper konte es nicht aushalten, ich war halb krank und kehrte zurck, kam nicht nach Loch Laggan, wohin Prinz Albert so gndig gewesen war und hatte mich eingeladen. Ich sah nicht die Knigin, kam nicht nach Abbotsforth. Da ich den letzen Morgen in England, kam auf die Schiffbrcke bei Ramsgate, stand Dickens da, er war zu Fuss von [Broadstairs gegangen um mich] Lebwohl zu sagen. Er hatte mich alle seine Schriften geschenkt, wir haben uns sehr gut in English unterhalten konnen; ich habe etwas gelernt, ich war ja in Skottland in 10 Tagen in einen Familie wo ich immer Englisch sprachen muste! In London ist Jenny Lind und meinen Buste gemacht, beide sind wundervollen; einen Artikkel steht in Litterary Gazette ber beyde. Jetz komme ich aus Ettersburg, das Jagtsloss s. K. H. d. Erbgrossherzog von Weimar, ich bin 4 Tagen bey ihm gewesen, der liebe gute Mench! Wir fahren zusammen, machten Spazierfahrten und vorgestern, da ich reiste ab begleitete er mich auf den Eisenbahn, er ist mir so gut, so gut, ja, wie Sie sind es mein lieber theurer Bonner, nie, nie vergesse ich Ihrer Gute fr mich, Sie sind mir fest in Herzen gewachsen, Sie sind wie ein Bruder gewesen, ach schreiben Sie doch bisweilen adressiert an seiner Excellenz [der Conferentsrath Collin] in Copenhagen, er weist immer wo ich bin! Nach zwei Tagen gehe ich nach Copenhagen, ich habe ein Drang, eine Unruhe, ich muss zu Hause, muss arbeiten, muss etwas leisten! Swach und kindisch ist alles was ich noch bevor gemacht habe! Gott gebe mich Kraft! - Bleiben Sie mir immer einen Freund, beurteilen Sie mir nicht nach die Menge der Briefen, ich liebe Sie fest und innig! Und nun leben Sie wohl theurer Freund, Die Ihrige fr immer

H. C. Andersen

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Leipzig 16 September 1847.

Lieber theurer Freund!

lange habe ich nicht geschrieben, aber ich konnte nicht! nie frher bin ich so berwltiget wie in England und Skottland, es war so viel! Ich habe so viel Liebe und Freundschaft, so viel Ueberschatzung gefunden, da es mir schwindle wenn ich denke daran; Sie wissen wie meine Krper war angegriffen, ich sehne noch nach Ruhe! Die herzliche Aufnehmen in Skottland brachte mich beinahe zu Thrnen, meinen Schriften waren so bekannt, ich fand so viele Freunden da ich kaum mein Glck fassen konnte! - Ich muss einen Zge erzahlen. Ich kam, in Edinburg, mit einen Gesellschaft in Heriots Hospital wo Waisen erzogen werden, wir allen hatten unser Nahmen im Fremdenbuch hineingeschrieben, der Portier lass diese und fragte ob Andersen war der Schriftsteller, und da man sagte ja, faltete der Alte die Hnde und
[hul i papiret:] Entzucken, einen alten Herren
[hul i papiret:] habe ich ihre / wohl gedacht, die ehrwrdigen weisen Haaren, dieser milder Blick, das ist Andersen!" - Man erklrte ihm, ich war es. "Der junge Mann!" rufte er, "gewhnlich sind ja solche Leute, wenn man hrt von Ihnen, entweder todt oder sehr alt!" Man erzhlte mich die Geschichte, ich glaubte im Anfang, es war einen Spas, aber der Portier kam ganz rhrend und erzhlte wie er und alle die Knaben lebten in meine Mrchen hinein, ich war beinahe zu weinen; auf Loch Lomond erkante eine junge Dame mich durch meinen Portrait, gab mir Blumen, druckte meine Hnden - wie gesagt es war so viel, mein Krper konte es nicht aushalten, ich war halb krank und kehrte zuruck, kam nicht nach Loch Laggan, wohin Prinz Albert so gnadig gewesen war und htte mich eingeladen. Ich sah nicht die Knigin, kam nicht nach Abbotsforth. Da ich den letzen Morgen in England, kam auf die Schiffbrcke bei Ramsgate stand Dickens da, er war zu Fuss von [hul i papiret: Broadstairs ] / Lebwohl zu sagen. Er hate mich alle seine Schriften geschenkt, wir haben uns sehr gut in English unterhalten konnen; ich habe etwas gelernt, ich war ja in Skottland in 10 Tagen in einen Familie wo ich immer Englisch sprchen muste! In London ist Jenny Lind und meinen Buste gemacht, beide sind wundervollen; einen Artikkel steht in Litterary Gazette ber beyde. - Jetz komme ich aus Ettersburg, das Jagtsloss s. K. H. d: Erbgrossherzog von Weimar, ich bin 4 Tagen bey ihm gewesen, den lieben guten Mench! wir fuhren zusammen, machten Spazierfahrten und Vorgestern, da ich reiste ab begleitete er mich auf den Eisenbahn, er ist mir so gut, so gut, ja, wie Sie sind es mein lieber theurer Bonner, nie, nie vergesse ich Ihrer Gte fr mich, Sie sind mir fest im Herzen gewachsen, Sie sind mir wie ein Bruder gewesen, ach schreiben Sie doch bisweilen, adressiert an seiner Excellenz [hul i papiret: der Conferentsra]th Collin in / Copenhagen, er weist immer wo ich bin! Nach zwei Tagen gehe ich nach Copenhagen, ich habe ein Drang, eine Unruhe, ich muss zu Hause, muss arbeiten, muss etwas leisten! Swach und kindisch ist Alles was ich noch bevor gemacht habe! Gott gebe mich Kraft! - bleiben Sie mir immer einen Freund, beurtheilen Sie mir nicht nach die Menge der Briefen, ich liebe Sie fest und innig! und nun leben Sie wohl theurer Freund,

Die Ihrige

fr immer

H. C. Andersen

Tekst fra: Solveig Brunholm (LP 124, billed 6331-34)

DEAR KIND FRIEND,

I should have written sooner but I could not. Never before have I been so overwhelmed as in England and Scotland - it was too much , Such love and friendship, such over-estimation as I have met with make me giddy when I think of them. You know how I was seized upon - I still sigh for rest. My hearty reception in Scotland moved me almost to tears, my writings were so well known, I found so many friends, that I could scarcely believe such good fortune. I must give you an instance. In Edinburgh I went with a party to visit Heriot's Hospital for Orphans. When we had written our names in the stranger's book, the porter read the list, and asked if 'Andersen' was the author, and when answered "yes," the old man clasped his hands, and gazing with delight on an old gentleman, exclaimed, "Yes, just so have I pictured him to myself - those honourable white hairs, that mild countenance - that is Ander- sen!" When told that I was the man, "That young gentleman!" he cried, "why, generally, when one hears of such great people, they are either dead or very old." When this story was repeated to me, I at first thought it a jest, but the porter came to me quite agitated, and told me how he and all the boys lived in my stories, till he almost brought tears into my eyes.

[After some other details of kindness received from Prince Albert, Charles Dickens, and others, Andersen says:]

And now I must go home; I have an impulse, a constraint upon me to accomplish something. All that I have hitherto done is weak and childish. God give me power! Remain ever my friend. I love you truly and from my heart. And now farewell, dear friend.

yours for ever,

H. C. ANDERSEN.

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