The Hans Christian Andersen Center

Dato: 24. februar 1844
Fra: H.C. Andersen   Til: Carolina, Lina von Eisendecher
Sprog: tysk.

Kopenhagen 24 Februar 1844

Es dauerte gar so lang! kein Schreiben! mehrmals dachte ich, und dann mu Ich schreiben, aber so kamen so viele Mrchen und Gedichte mir ins Kopf und statt Briefe habe ich fr das Publikum geschrieben! Die letzten neue Mrchen haben sehr viel Glck gemacht, alle Zeitungen, alle Leute in Dnemark sind, wie niemals frher, entzckt und ich habe sehr viel, gar so viel Lob erhalten; ich mchte gern statt ein Brief, denn es geht so schlecht mit das schreiben ins Deutsch, Ihnen ein Par Mrchen erzhlen, ein Freund von mir hat zwei bertragen, aber ich glaube es ist nicht gut gemacht, hier sind beide, leider darfr hat er die erwhlt, welche sind am krsesten, stat die am besten! verstehen sie da! ich habe nicht in mehren Monaten Deutsch geschrieben; mein innigste Dank fr das Brieflein, Sie und Ihre lieben Gemahl sind mir beide gtig wie immer, und zu Hause in Gartenstrae wo der Storchennest steht im Baum, jubilirt ein neu kleinen Oldenburger; mein Gru und Ku an der Kleine! vieleich, aber noch ist es leider darhin, unbestimt, gehe ich im Sommer nach Breitenburg, und dann liegt Oldenburg in der Nhe, ich komme dann acht, zehn Tage, wenn Sie und der lieben Freund es erlauben.

Ich bin sehr produktiv gewesen, Kindermrchen habe ich geschrieben, Gedichte, ein neues Drama: Die kleine Kirstine, nach unsre altdnische Heldenlieder. Im April kommen die Mrchen ins Deutsch mit meine Biographie heraus beim Lenz in Hamburg, ich schicke das Bchlein augenblichlich an Sie und auch ein Exemplar an der gute, erliche Kobbe; 0 gren Sie Ihn doch sehr! - Eine original Drama ins Dnisch, Der Knig trumt macht sehr viel Aufsehen bei uns, Heiberg ist ganz und gar davon eingenommen, hat selbst Alles in Scene gegeben, und doch glaubt alle Leute, da ich bin der Anonyme Verfasser! - Ich mu nein sagen! Es spielt in Sonderburg, in der Gefngnis des Knigs Christian der Zweite, wo er als Gefangener lebt mit ein alte Soldat, und trumt seine Liebes Geschichte mit Dvecke; am schnsten ist die letzte Scene wo der Knig Christian der Dritte kommt ins Gefngnis und erklrt der alte Knig das er frei sein soll! Der alte Soldat stirbt des Nachts und beide Knige breiten den Mantel ueber ihn der Mann des Volcks. - Mehr Leute glauben auch das Christian Winter ist der Author, es knnte wohl sein!

Der Winter, apropos der eiskalte Winter regirt bei uns sehr slimm, Gott weis wie lange mein Brief auf Sprog verweilen mu, vieleich mehre Wochen; schon 12 Tage, kam gar kein Post aus dem Auslande, der groe Belt ist zugefroren aber den Eis nicht stark genug um zu tragen, die Strmungen gehen sehr stark! Zwei Meile von Kopenhagen hat der Eis sich so aufgethrmt, da mehre Fischer-Huser sind herumgeworfen, die Khne sind gehoben hoch ber die Dcher, die Schollen gehen in die Stube hinein! Es ist etwas groartiges. I 0 Schreiben doch bald! Es ist mein Geburtstag den Zweiten April, arangiren Sie es doch so da ich amwenigsten dann ein Brief erhalten knnen; ich bin mit so was, ganz und gar ein Kind! Grsen sie tausend mahl der lieben, guten Freund Ihre liebenswrdige Gemahl, und mein besten Gru an der Stamherr. Leben Sie wohl und heiter, von innigsten Herz Ihr danckbare, ergebene Freund

H. C. Andersen.

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