Dato: 6. oktober 1843
Fra: H.C. Andersen   Til: Eduard Vieweg
Sprog: dansk.

Kopenhagen 6 October 1843.

Grev Rantzau har personlig overrakt Kongen Pakken med Bogen. Men der var forkerte Bger i den. Was sagen Sie von dem Herren Nieritz, der in seiner Jugendbibliothek und dennoch Exemplare "besonders abredruckt aus der Jugendbibliothek", eine Erzhlung Naomi und Christian oder der arme Geiger, mittheilt; Wort fr Wort, aber nur gestmmetlt mein "Nur ein Geiger", ohne das es mit einem Worte erwhnt wird, dass ich, und nicht Hr Nieritz der Verfasser ist. Es sollte doch eigentlich der Mann, und vielleicht auch Andere, darauf aufmerksam gemacht werden.

Tekst fra: Helge Topse-Jensen (Topse afskrift)

Copenhagen 6 October 1843

Lieber Hr Vieweg!

Nachdem ich weder von Ihnen noch von dem Grafen Rantzau lange keine Nachricht von dem Bcher-Pckchen erhalten hatte, welches ich in Ihrem Namen mit der Post nach Fhr an den Knig schickte, schrieb ich dem Grafen Rantzau und fragte ob er das Pckchen - welches, meiner Vermuthung nach, den "Dichters Bazar" einhalten sollte, obgleich das Format nicht darauf deutete - bekommen hatte; nun schreibt mir der Graf, er habe persnlich das Pckchen an den Knig berreicht, S. Majestt habe seine Zufriedenheit mit der bersendung und der Dedication geuert, als aber das Pckchen geffnet wurde, habe man keinen "Bazaren", sondern andere Bcher darin gefunden! Darum benachrichtige ich Sie nun gleich! Ist es ein Fehler, so habe ich keine Schuld daran. In der Gldendalschen Buchhandlung empfing ich 2 Pckchen, das eine mit meiner Adresse, darin 6 Exempl., welche ich, als fr mich bestimmt, wie ich glaubte, unter meinen Freunden vertheilte, das andere versiegelt und adressiert an den Knig; kein Brief begleitete diese Sachen, nur wute man in der Buchhandlung, da beide Pckchen von Ihnen fr mich bestimmt waren; danach machte ich meine Berechnung: das in dem zweiten Pckchen, obgleich im Format grer als der Bazar, kann nichts anders seyn als ein Prachtexemplar fr den Knig. Hierber erwarte ich nun bald eine Auskunft, und jedenfalls bitte ich Sie das Exemplar fr den Knig gleich zu senden, wenn es nicht schon geschehen ist; denn diese Irrung kann nicht anders als fr mich unangenehm seyn, -

Wie geht es mit den brigen Theilen? Z B: der Improvisator (die Tittel Jugendleben und Trume mag ich nicht gern, lieber die originale einfache : Der Improvisator) Was sagen Sie von dem Herrn Nieritz, der in seiner "Jugendbibliothek" und dennoch Exemplar "besonders abgedruckt in der Jugend Bibliothek", eine Erzhlung Naomi und Christian oder der arme Geiger, enthlt; Wort fr Wort, aber nur gestmmelt mein "Nur ein Geiger", ohne da es mit einem Worte erwhnt wird, da ich, und nicht Hr Nieritz der Verfaer ist. Er sollte doch eigentlich der Mann und vielleicht auch andere darauf aufmerksam gemacht werden. Was meinen Sie davon; ich berlae es Ihnen.

Ihr ergebenster

H. C. Andersen

meine Adresse ist

Hotel d Nord in Copenhagen.

Tekst fra: Universittsbibliothek Braunschweig