The Hans Christian Andersen Center

Dato: 21. maj 1844
Fra: Ferdinand Freiligrath   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Krontal, den 21 5 1844

[...]lich schtzen, wenn er Ihnen, mit diesen und meiner Schwgerin, die whrend unserer Badereise freundlich in seiner Familie aufgenommen ist, das Geleit bis Krontal geben knnte. berlegen Sie sich's liebeer Freund, und lassen Sie mich bald wissen, ob, wann udn auf welchem Wege ich darauf rechnen kann, sie auf den Taunus losmarschieren zu sehen.

Ich habe Ihnen noch so viel zu sagen, aber die Zeit drngt, und ich verschiebe drum Alles lieber aufs Mndliche. Doch wil ich Ihnen jedenfalls noch fr die Freundesgabe Ihrer gedichte danken, die Sie mir vorigen Herbst durch einen Reisenden zustellen lieen. Ich hoffe, Ihnen recht bald ein neues Bndchen meiner Verse dagegen verehren zu knnen. Ich habe manches vor mich gebracht den letzten Winter. Simrock in Bonn, mein lieber Freund und ein wackerer, trefflicher Mann, der Sie liebt und verehrt, hat mir viele Gre an Sie aufgetragen und lt Ihnen sagen, da er sein eben erschienenes Amelungenlied (eben der Zyklus, den er vor einigen Jahren durch Wieland den Schmied erffnete) an Sie abschicken wird, sobald sich eine Gelegenheit findet.

Jetzt holen Sie's wohl am besten selbst bei ihm ab, oder ich lasse mir das Buch von ihm kommen und geb es Ihnen in Krontal. Sie haben viele Freunde bei uns, lieber Andersen, und trchtige, herrliche Leute unter ihnen. Das mu Sie trsten fr alle Verkennung und allen Neid, die auch Ihnen, wie noch berall den Besten, selbst im Vaterland nicht ausgeblieben sind.

Auf die Sendung ihrer Mrchen mit Biographie und Portrt freue ich mich von ganzem Herzen. Von ihren neuen Mrchen habe ich ohnlngst eine herrliche Probe "Die Puppe" und "Der Zinnsoldat" im Feuilleton der Klnischen Zeitung gelesen. auch ein anderes vom Kreisel und vom Spielball, der einen Pfropfen im Leib hatte. Das ist alles herrlich und kstlich. Man wird wieder Kind, wenn man's liest. - Ihr Portrt mssen Sie mir aber auch auf einem besonderen Blatt mitbirngen, damit ich meinen neuen Herd (wo wird der sein?) knftigen Winter damit schmcken kann. Vergessen Sie's nicht!

Die Dame, welche Ihr "Bilderbuch ohne Bilder" ins Franzsische bertrgt, ist eine Baronin Elliot de Sant. heurel. Sie war krzlich bei uns in St. Goar, ist aber jetzt wieder in Paris. Eine Schwester von ihr mu Ihnen bekannt sein. Sie ist Hofdame zu Copenhagen, irr ich nicht, an ihrem hessischen Hofe, heit mit dem Vornamen Blanche und mit dem Familiennamen de oder van Hughans.

Amen Selah! Gott sei mit Ihnen, lieber teurer Freund! Meine Frau grt Sie herzlich und dankt Ihnen mit mir aufs Beste fr die freundliche Aufnahme ihres Briefes. Antworten Sie nach St. Goar, ich erhalte alles am sichersten, wenn es dorthin geschickt wird. Auf Wiedersehen! Wenn es Ihnen Recht ist, trinken wir ein Krontal Brderschaft!

In alle Wege Ihr treuer Freund

F. Freiligrath

P-S. Gestern war der Jahrestag meiner Hochzeit.

Tekst fra: Ferdinand Freiligrath Briefrepertorium